Nymphenburger Straße/Landshuter Allee Neue Details zur Massenkarambolage mit einer Toten

Die Bilder von der Massenkarambolage auf der Nymphenburger Straße. Foto: Thomas Gaulke

Nach der schrecklichen Massenkarambolage in der Nymphenburger Straße, bei der am Freitag eine junge Frau getötet wurde, gibt es nun neue Erkenntnisse zum Unfallhergang. Die Unfallursache hingegen ist nach wie vor ein Rätsel.

 

München – Wie bereits berichtet, war ein 86-jähriger Rentner am 14. Oktober gegen 16.00 Uhr in den Ampel-Rückstau an der Kreuzung Nymphenburger Straße/Landshuter Allee gerast. Welch schreckliche Folgen der Crash hatte, zeigt die Unfallrekonstruktion.

Der Senior war demnach mit seiner Mercedes E-Klasse ungebremst auf den Ford Fiesta einer 25-jährigen Angestellten aus München aufgefahren, woraufhin deren Wagen auf die gegenüberliegende Fahrbahn geschleudert wurde und dort entgegen der Fahrtrichtung zum Liegen kam. Anschließend rammte der Mercedes weitere vor ihm stehende Fahrzeuge auf den beiden Geradeaus-Fahrbahnen und der Rechtsabbieger-Spur und schob diese aufeinander.

Bei dem Crash wurde die 25-Jährige so schwer verletzt, dass sie trotz sofort durch Passanten und später auch Notärzte durchgeführte Reanimationsmaßnahmen noch an der Unfallstelle verstarb.

Unfallverursacher nicht vernehmungsfähig

Der Unfallverursacher selbst wurde schwer verletzt. Er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und ist bis heute nicht vernehmungsfähig. Seine 84-jährige Frau, die als Beifahrerin im Fahrzeug saß, zog sich eine Rippenserienfraktur zu und konnte ebenfalls noch nicht vernommen werden.

Sieben weitere Personen erlitten jeweils leichte Verletzungen, die teilweise ambulant im Krankenhaus, aber teilweise auch ambulant vor Ort behandelt werden konnten.

Neben dem Fahrzeug des Rentners waren weitere 14 Fahrzeuge in den Unfall verwickelt, wobei sieben davon so schwer beschädigt wurden, dass sie nicht mehr fahrtüchtig sind. Eines der betroffenen Fahrzeuge war gar nicht unmittelbar am Unfall beteiligt, sondern an Straßenrand geparkt und wurde durch herumfliegende Trümmerteile beschädigt.

Da der Fahrer noch nicht vernommen werden konnte, tappen die Ermittler bei der Suche nach der Unfallursache allerdings weiterhin im Dunkeln. Ihnen ist weiterhin unklar, mit welcher Geschwindigkeit und aus welcher Ursache der 86-Jährige ungebremst auf das Stauende auffuhr. Ein von der Staatsanwaltschaft München in Auftrag gegebenes unfallanalytisches Gutachten soll weitere Erkenntnisse liefern, doch ob eine vollständige Aufklärung ohne Aussage des 86-Jährigen möglich ist, scheint fraglich.

 

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