Nürnberg So kommt das Christkind weltweit ins Fernsehen!

Roland Weese im Regie-Wagen des Bayerischen Rundfunks. Hier laufen die Bilder der insgesamt sieben Kameras zusammen. Foto: Berny Meyer

Roland Weese ist der Mann hinter dem „Adventszauber“ des BR – die AZ besuchte ihn gestern kurz vor der Sendung.

 

NÜRNBERG Roland Weese ist völlig entspannt. Es ist Freitag-Nachmittag, in drei Stunden beginnt der Prolog des Nürnberger Christkinds. Der Bayerische Rundfunk (BR) überträgt live – und danach die 90-minütige Sendung „Adventszauber“.

Um Weese herum trubeln sich auf dem Christkindlesmarkt dutzende Mitarbeiter, jeder will etwas von ihm, sein Handy klingelt ununterbrochen, aber Weese ist die Ruhe selbst. „Wenn man den Job seit 37 Jahren macht, dann sollte man gute Nerven haben“, sagt der Produktionsleiter des Bayerischen Fernsehens. Weese (56) ist für die Live-Sendung vom Nürnberger Christkindlesmarkt verantwortlich.

Eine große Aufgabe, Millionen Menschen werden die Weihnachts-Show genießen, ganz Europa kann dank Satelliten-Technik zusehen. Doch Weese hat schon andere Produktionen geschultert. Er war einst, mit 22 Jahren, der jüngste Produktionsleiter der ARD, jetzt ist er der dienstälteste. Er hat Tatorte produziert, die BR-Soap „Dahoam is Dahoam“ und den Papst-Besuch.

Der „Adventszauber“, den er in Nürnberg organisiert, ist eine Nummer kleiner. „Wir haben sieben Kameras hier vor Ort“, erklärt der 56-Jährige mit tiefer, sonorer Stimme, „und inklusive Mitwirkender rund 100 Mitarbeiter.“

Weeses Job hat dabei schon vor drei Wochen angefangen, bei einer ersten Begehung des Christkindlesmarktes. „Da legt man so Sachen fest, wie: Wo parken die Ü-Wagen, wo kommt die Bühne hin?“ Dann folgt die Planungsphase: Hier erstellt er mit seinen Mitarbeitern die „Produktionsmitteilung.“

Darin wird der komplette Ablauf für die Tage vor der Sendung und den Tag der Sendung selbst „bis auf die Minute vorgeplant – damit jeder weiß, was er zu tun hat.“

Steht einmal alles, die Ü-Wagen, die große Bühne für die Moderatoren, liegen die vielen Kilometer Kabel, ist die Satelliten-Verbindung hergestellt, wird es ernst. Eine halbe Stunde vor Sendungbeginn wird alles „scharf geschaltet, die Kameras, das Licht, die Satellitenverbindung – und dann geht es auch schon los.“

Weese selbst wird dann als „Frontschwein ganz vorne mit dabei sein“, wie er lachend sagt. Er begleitet und koordiniert zwei Kamera-Teams, die über den Hauptmarkt laufen. Da kann er noch einmal hautnah feststellen, was er noch am Nachmittag über Nürnberg sagte: „Die Leute hier auf dem Christkindlesmarkt sind alle so freundlich.“ mm

 

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