Nürnberg Das Kreuz mit dem Kreuz: Was hilft, wenn’s zwickt?

Der Nürnberger Wirbelsäulen-Spezialist Dr. Markus Gallmeier weiß, was bei Rückenschmerzen hilft. Der Facharzt kann auch – nach eingehender Untersuchung – ein Sportkonzept erarbeiten, um den Rücken zu stärken. Quelle: Unbekannt

NÜRNBERG - Eine erschreckende Zahl: 70 Prozent der Deutschen leiden mindestens einmal im Leben an starken Rückenschmerzen. Sport kann viel beitragen, die Schmerzen zu vermeiden oder zu verbessern. Der Nürnberger Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist Dr. Markus Gallmeier erklärt, wie Sie sich schützen können.

 

AZ:Viele Menschen arbeiten ausschließlich im Sitzen. Wie können sie sich schützen?

DR. MARKUS GALLMEIER: Ein vernünftiger Bürostuhl ist der erste Schritt. Außerdem sollten Sie versuchen, öfter zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln – gegebenenfalls hilft auch ein Stehpult.

Bei Handwerkern ist es oftmals genau umgekehrt. Sie arbeiten überwiegend stehend, müssen auch schwere Lasten tragen. Wie können sie ihren Rücken entlasten?

Auf gar keinen Fall im Rundrücken oder Hohlkreuz heben. Lieber in die Knie gehen und dann, aus den Beinen heraus, wieder nach oben kommen. Wer in dieser Berufsgruppe über Rückenschmerzen klagt, sollte einen Physiotherapeuten zu Rate ziehen. Er kann gezielt helfen, den Rücken zu stärken.

Kann man selbst erkennen, ob bereits ein Haltungsschaden vorliegt?

Eher schwierig, ich würde die Diagnose lieber einem Fachmann überlassen. Das kann sowohl ein gut ausgebildeter Sportlehrer oder Physiotherapeut sein oder auch der Hausarzt oder Orthopäde. Wichtig ist: Wer länger als drei Wochen Schmerzen leidet, muss zum Fachmann. Der Facharzt kann, nach einer ausführlichen Untersuchung, ein individuelles Sportkonzept festlegen.

Sport kann also helfen, den Rücken zu stärken. Aber welcher Sport ist sinnvoll?

Sehr sinnvoll sind alle Formen von Wassersport. Bei Aquafitness etwa wird der ganze Körper, die Wirbelsäule und das Herzkreislaufsystem gestärkt. Schwimmen entspannt die Muskeln und ist gut für die Wirbelsäule. Ebenfalls empfehlenswert ist Nordic Walking. Allerdings sollten Sie anfangs einen Kurs besuchen, um sich keine falschen Bewegungsabläufe anzugewöhnen.

Welche Sportarten sind gänzlich ungeeignet?

Golf ist nicht zu empfehlen. Werden hier unkontrollierte Schwünge ausgeführt, kann’s schon mal zwicken. Auch Tennis ist kein Rückensport, wegen der Rotation und der Ruck- und Stoßbewegungen.

Also, auf zum Sport.

Ja, aber: Ganz wichtig ist, sich vorher vernünftig aufzuwärmen, und gute Ernährung. Eine Stunde vor dem Training sollten Sie etwa ein Müsli, einen Apfel oder eine Banane essen. Auf gar keinen Fall nüchtern oder nach dem sonntäglichen Schweinebraten trainieren.

 

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