NSU-Prozess Zeuge wollte Terror-Trio bei Flucht ins Ausland helfen

Ein Zeuge hat im Münchner NSU-Prozess ausgesagt, dass er dem Terror-Trio um Beate Zschäpe (Bild) bei einer möglichen Flucht ins Ausland geholfen hat. Foto: dpa

Neuigkeiten im NSU-Prozess. Ein Zeuge aus der rechtsextremen Szene in Chemnitz hat im NSU-Prozess eingeräumt, das Terrortrio bei Fluchtplänen ins Ausland unterstützt zu haben.

 

München - Er habe den drei NSU-Terroristen seinen Personalausweis überlassen, sagte er am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München. Dann habe er mitbekommen, dass auf seinen Namen ein Reisepass beantragt und ausgestellt wurde.

Nach einigen Monaten habe er aber den Eindruck gehabt, die Fluchtpläne ins Ausland hätten sich zerschlagen. Er habe das Trio gebeten, ihm den Pass auszuhändigen und ihn auch bekommen. Auf dem Dokument habe sich das Passfoto eines der beiden "Uwes" befunden. Aus den Gerichtsakten geht hervor, dass es sich um Uwe Böhnhardt handelte. Der Zeuge sagte, er habe den Pass sofort vernichtet.

Der Zeuge räumte auch ein, die drei Flüchtigen nach ihrem Abtauchen 1998 bei Bekannten in Chemnitz versteckt zu haben. Den Kontakt habe ein Mitglied der sächsischen "Blood & Honour"-Division am Telefon hergestellt.

Hauptangeklagte im NSU-Prozess ist Beate Zschäpe. Sie muss sich wegen zehn überwiegend rassistisch motivierten Morden und zwei Sprengstoffanschlägen verantworten. Der NSU war nach einem Banküberfall in Eisenach am 4. November 2011 aufgeflogen. Die Polizei fand in einem ausgebrannten Wohnmobil die mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt tot auf, Zschäpe stellte sich wenig später der Polizei.

 

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