NSU-Prozess Zeuge: Mundlos als Jugendlicher an RAF interessiert

Ein Zeuge brachte den mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos (r.) mit der Terrorgruppe RAF in Verbindung. Im Bild: Bundesanwalt Herbert Diemer und die Oberstaatsanwältin Anette Greger (l. & r.). Foto: dpa/AZ

Neue Details im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München. Jetzt hat sich ein Zeuge zur Vergangenheit des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos geäußert und bringt dabei die Terrorgruppe RAF in Verbindung.

 

München - Der spätere mutmaßliche NSU-Terrorist Uwe Mundlos hat sich nach Aussage eines Schulfreundes schon zu DDR-Zeiten für die terroristische "Rote Armee Fraktion" (RAF) in der Bundesrepublik interessiert. Im Münchner NSU-Prozess sagte der Schulfreund am Donnerstag als Zeuge, Mundlos habe wohl Bücher über die westdeutschen Terroristen gelesen und ihm viel darüber erzählt. "Es ging hauptsächlich um das Thema, wie man untertaucht". Für einen DDR-Jugendlichen sei das ungewöhnlich gewesen.

Politisch sei er für seine ablehnende Einstellung zum DDR-Staat und zur Partei bekanntgewesen. Gegenüber Lehrern habe er regelrecht provoziert. Bis zum Ende der Schulzeit habe er sich immer weiter nach rechts entwickelt und radikalisiert. Der Zeuge sagte, er habe auch Beate Zschäpe kennengelernt, die er als auffallend selbstbewusst und im Umgang mit Männern als "vulgär" beschrieb. Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr die Beteiligung an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen vor.

 

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