NSU-Prozess Trotz Nervenzusammenbruchs: Zschäpe sagt am Mittwoch aus

Seit 2011 sitzt die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe in Untersuchungshaft. Jetzt will sie ihr Schweigen brechen. Foto: dpa

Medienberichten zufolge soll Beate Zschäpe im Gefängnis einen Nervenzusammenbruch erlitten haben. Trotzdem will sie am Mittwoch erstmals vor Gericht aussagen. Das erfuhr die AZ exklusiv.

 

München - Im NSU-Prozess will die Hauptangeklagte Beate Zschäpe in dieser Woche ihr Schweigen brechen. Ihr Verteidiger Mathias Grasel teilte am Montag mit, "dass die geplante Einlassung von Frau Zschäpe für kommenden Mittwoch vorgesehen ist".

Wie Bild.de und focus.de berichteten, erlitt die mutmaßliche Terroristen allerdings am Montag im Gefängnis einen Nervenzusammenbruch. Demzufolge sei der Termin der Zschäpe-Aussage wieder fraglich.

Die Anwaltskanzlei ihres neuen Verteidigers Mathias Grasel bestätigte der AZ jedoch, dass trotz des Nervenzusammenbruchs ihre Erklärung an diesem Mittwoch verlesen wird.

Der Direktor der JVA Stadelheim weiß darüber hinaus gar nichts von einem angeblichen Nervenzusammenbruch der Angeklagten, wie er am Montag der AZ mitteilte.

In den bisherigen zweieinhalb Jahren des Prozesses hatte Zschäpe eisern geschwiegen. Sie folgte damit der Strategie ihrer drei anderen Verteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm.

Im NSU-Prozess muss sie sich als mutmaßliche Mittäterin für die Serie der zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge verantworten, die dem "Nationalsozialistischen Untergrund" zur Last gelegt werden. Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios.

 

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