NSU-Prozess in München Zschäpe redet nicht mit ihren Anwälten

Die Verteidiger von Beate Zschäpe (2.v.r.), Wolfgang Heer (r.), Wolfgang Stahl und Anja Sturm. (Archivbild) Foto: dpa

Der Münchner NSU-Prozess wird heute fortgesetzt - trotz der Vertrauenskrise zwischen Beate Zschäpe und ihren Verteidigern. Über den Antrag der Angeklagten, eine der Anwältinen zu feuern, hat das Gericht noch nicht entscheiden.

 

München - Trotz des schwelenden Streits zwischen der Hauptangeklagten Beate Zschäpe und ihren Verteidigern ist am Dienstag der Münchner NSU-Prozess fortgesetzt worden. Zschäpe war am Morgen wie gewohnt von Polizisten in den Saal geführt worden und ging, ohne ihre Anwälte zu grüßen oder ein Wort mit ihnen zu wechseln, an ihren Platz.

Zschäpe muss sich in dem Prozess für die überwiegend rassistisch motivierte Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrunds" verantworten. Vergangene Woche hatte sie die Abberufung ihrer Verteidigerin Anja Sturm verlangt. Ihre beiden anderen Anwälte, Wolfgang Heer und Wolfgang Stahl, hatten ihre Kollegin gegen Zschäpes Vorwürfe in Schutz genommen. Das Gericht setzte Zschäpe eine Frist für Stellungnahmen zu der Verteidigerkrise bis Mittwoch, 15 Uhr.

Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl ging in der Verhandlung nicht auf den Streit ein. Als ersten Zeugen rief er einen BKA-Ermittler auf, der Beweise von einem Überfall auf eine Sparkasse in Zwickau im Jahr 2002 ausgewertet hatte. Er sagte, in der von Zschäpe zerstörten Fluchtwohnung seien mit Zugkordeln präparierte Maskentücher und andere Beweisstücke gefunden worden, die auf den Bildern der Überwachungskameras zu sehen waren.

 

3 Kommentare