NSU-Prozess Freiburger Psychiater sieht Zschäpe als vermindert schuldfähig

Die Haupttangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe. (Archivbild) Foto: dpa

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe ist nach Einschätzung eines von ihren Vertrauens-Anwälten benannten Gutachters nur vermindert schuldfähig.

 

München - Der Freiburger Psychiater Joachim Bauer hat der Hauptangeklagten im Münchner NSU-Prozess, Beate Zschäpe, eine schwere dependente (abhängige) Persönlichkeitsstörung attestiert. Zschäpe sei hochgradig abhängig von ihrem Freund und Komplizen Uwe Böhnhardt gewesen, sagte Bauer am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht. Er bescheinigte ihr deshalb eine "erheblich beeinträchtigte Steuerungsfähigkeit".

Psychiater Henning Saß hatte volle Schuldfähigkeit attestiert

Bauer, den Zschäpes Vertrauens-Verteidiger Mathias Grasel im sogenannten Selbstladeverfahren in den Prozess gebracht hatte, kam damit zu einem völlig anderen Schluss als der vom Oberlandesgericht bestellte Sachverständige, der Psychiater Henning Saß. Dieser hatte Zschäpe in seinem Gutachten volle Schuldfähigkeit attestiert.

Zschäpe hatte fast 14 Jahre mit Böhnhardt und Uwe Mundlos im Untergrund gelebt. Während dieser Zeit sollen die beiden Männer zehn Menschen erschossen haben. Neun der Opfer waren türkisch- oder griechischstämmige Gewerbetreibende. Zschäpe ist wegen Mittäterschaft an allen Taten des "Nationalsozialistischen Untergrunds" angeklagt.

 

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