Noten für den TSV 1860 Einzelkritik: Die Löwen gegen den MSV Duisburg

Aufstellen zum Kellerderby: Am Ende gingen die Spieler des TSV 1860 München als Sieger vom Platz. Die Leistung der Sechzger gegen den MSV Duisburg in der Einzelkritik. Foto: sampics/augenklick

Sechsmal die Note drei, fünfmal die Vier, eine Fünf und zweimal die Zwei: So sah der AZ-Reporter die Leistung der Löwen beim 1:0-Sieg gegen den MSV Duisburg.

 

München - Dank eines Joker-Tores in der Nachspielzeit hat der TSV 1860 München seinen ersten Saisonsieg in der 2. Fußball-Bundesliga gefeiert. Im Kellerduell gegen Schlusslicht MSV Duisburg ließ Joker Marius Wolf die "Löwen" am Sonntag beim 1:0 (0:0) jubeln - damit hielt der TSV den Rückstand auf den Abstiegsrelegationsrang 16 bei drei Punkten.

Trotz des psychologisch wichtigen Sieges unter der Woche im DFB-Pokal tat sich die Truppe von Coach Benno Möhlmann lange schwer und war nur Sekunden vom nächsten Rückschlag entfernt. Dann aber ließ Wolf (90.+1) die 17 100 Fans im Finish doch noch jubeln.

Allerdings droht den "Löwen" ein längerer Ausfall von Flügelspieler Krisztian Simon, der in der ersten Halbzeit umgeknickt und mit Verdacht auf eine schwere Knieverletzung ausgewechselt worden war. Die Hausherren waren die aktivere Mannschaft, vergaben aber 90 Minuten lang reihenweise gute Torchancen.

Coach Möhlmann, der nach einer Gallenblasen-Operation erstmals wieder dabei war und oft wild schimpfend in seiner Coachingzone auf und ab lief, hatte zunächst den zehn Feldspielern vom 2:1 am Dienstag in Mainz vertraut. Nur im Tor ersetzte Vitus Eicher wie erwartet Stefan Ortega. Allerdings musste der Zweitliga-Rekordtrainer früh eingreifen, als er Daylon Claasen durch Wolf ersetzte und kurz vor der Pause den verletzten Simon durch Korbinian Vollmann. Simon hatte sich ohne Fremdeinwirkung verletzt und wurde vom Platz getragen.

Wolf hätte schon Sekunden nach seiner Einwechslung die Führung erzielen können, patzte aber aus nächster Nähe (33.) ebenso wie in der 51. Minute mit einem Schuss von halblinks. Stürmer Stefan Mugosa, der den Vorzug vor dem letztjährigen Toptorjäger Rubin Okotie bekommen hatte, scheiterte per Kopf an Keeper Michael Ratajczak (10.) und nach einem Eckball per Direktabnahme (38.). In der 71. Minute vergab Vollmann allein vor dem MSV-Schlussmann die beste Chance bis dahin. 860 drückte auf die Führung, lief dabei aber Gefahr, sich Konter einzufangen. Als die Gäste kurz vor Schluss eine gute Möglichkeit vergaben, tobte der "Löwen"-Trainer stinksauer und wild gestikulierend an der Seitenlinie entlang, Assistent Sven Kmetsch blieb auf dem Trainerstuhl sitzen und schlug die Hände vors Gesicht. Augenblicke später waren die Sorgen dann vergessen, als Wolf eine Vollmann-Vorlage von rechts in der Mitte eiskalt vollendete.

 

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