Nordfriedhof Bachmayer-Beerdigung: Abschied von einem Künstler

Erst Trauerfeier um 9 Uhr, dann Trauermarsch mit Familie, Freunden und Kollegen zum Grab im Münchner Nordfriedhof: Die Beerdigung des Malers Hans M. Bachmayer. Foto: Daniel von Loeper

Hans M. Bachmayer, im Alter von 72 Jahren gestorben, wird auf dem Nordfriedhof beigesetzt. OB Ude hält eine Trauerrede. Und Justizministerin Merk spricht über die Liebe zwischen Bachmayer und Susanne Wiebe. Graeter ist dabei – und erinnert an einen weiteren Verstorbenen.

 

München - Hans M. Bachmayer sah aus wie der Graf von Monte Christo. Und der gepflegte Gentleman hätte ihn auch spielen können.

Am Freitag hatte der Schwabinger Maler, Bildhauer und Lebensgefährte von Modeschöpferin Susanne Wiebe, seinen letzten Auftritt in der voll besetzten Aussegnungshalle des Nordfriedhofs. „Mitten im Akademiker-Viertel“, wie OB Christian Ude in seiner Trauerrede betonte, war Bachmayer vor ein paar Tagen in einem Lokal überraschend gestorben.

Ude: „Bachmayer hat schon Jahrzehnte früher gesundheitliche Schüsse vor den Bug erhalten, und so war es ein Glücksfall, dass er noch die Geburt seines vierten Enkelkindes erleben konnte.“ Eine Herzoperation habe der Künstler immer vor sich hergeschoben.

Ude war mit seiner Frau Edith vorgefahren. Seine BMW-Limousine mit Initialen im Kennzeichen (M -CU 2000) parkte direkt beim Eingang der Aussegnungshalle.

Es war eine etwas andere Trauerfeier. Es gab keinen Priester, und nach der instrumentalen Aufführung wurde in der Säulenhalle geklatscht. Die blonden Haare von Susanne Wiebe leuchteten in der leicht düsteren Atmosphäre wie eine Sonne. Nur eine Dame in Reihe 1 war unter ihrem Hut tief verschleiert.

Das Outfit der Justizministerin Beate Merk war für die klirrende Kälte erstaunlich luftig. Sie sprach von der idealen Beziehung von Hans und Susanne, die sich „wie zwei Kugelblitze“ begegnet wären. „Wen man liebt, soll man nicht besitzen, sondern die Freiheit lassen“, bemerkte die Politikerin und hob hervor, wie sich das Team Wiebe/Bachmayer – sie mit neuen Kollektionen, er mit Background-Filmen – für eine neue Modewoche in München eingesetzt habe.

Es zeigte sich bei Komponisten-Ex und Bildersammlerin Dunja Siegel, dass sie es auch in traurigen Fällen eilig hat. Ude sprach noch, als sie dem Ausgang zustrebte, aber gelobte, wiederzukommen.

Rund 400 Trauergäste, Künstler, Mediziner und Gastronomen, verbeugten sich vor dem Sarg, geschmückt mit einem ernst blickenden Bachmayer-Konterfei, mit Rosen und Kränzen von Freunden wie Ulrike Hübner und Gastro-Berater Erich Kaub sowie Kunstwerken des Malers. Unter den Trauernden befanden sich auch Fassbinder-Darstellerin Isolde Barth, Günther Draetzel und die Herzogpark-Heroine Caroline Riess, die sich später zum Leichenschmaus im Ratskeller einfanden.

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Der Boandlkramer wollte Flicks Haus-Architekten Ludwig Wiedemann schon vor zehn Jahren holen. Aber da half ihm ein Schutzengel in Gestalt des Konzernherrn Friedrich Karl Flick, der ihm in Hamburg eine neue Leber verpflanzen ließ. Etwas später erhielt der Häuser-Kreateur (Röchlinghalle, Flicks panzerfeste Herzogpark-Villa) noch eine zweite Leber. Nun aber starb der Bonvivant und Herr auf Gut Ludwigsberg bei Bad Wörishofen an Krebs.

Es war eiskalt und schneite dicke Flocken, als Ludwig auf dem Herrgottsacker der Türkheimer Kirche Maria Himmelfahrt zu Grabe getragen wurde. Hinter dem Sarg liefen Witwe Gerdi und Flick-Witwe Ingrid, Feinkost-Pionier Gerd Käfer hielt die Traueransprache.

Noch vor ein paar Tagen hatte Gerd bei ihm zu Hause gekocht, und zum Schluss des feuchtfröhlichen Abends sagte Ludwig leise: „Gell, Gerd, du betest mal für mich, wenn ich gehe.“

 

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