Nockherberg 2019 Neuer Fastenprediger: Conchita Wurst oder Junge Union

Der neue Fastenprediger Maxi Schafroth lacht sich mit Paulaner-Chef Andreas Steinfatt schonmal warm für den 13. März 2019. Foto: Petra Schramek

Der Allgäuer Maxi Schafroth (33) wird auf dem Nockherberg derblecken und schäumt über vor Ideen.

München - Mit "allgäuerisch-schwäbischer Demut" will Maximilian Schafroth seinen Blick auf München werfen, wenn er am 13. März die Politiker auf dem Nockherberg derblecken wird.

Der 33 Jahre alte Allgäuer beerbt Luise "Mama Bavaria" Kinseher als Fastenprediger bei der Salvatorprobe – das hat Paulaner jetzt offiziell bekannt gegeben. "Jeder weiß, dass das durchaus keine leichte Aufgabe ist, der sich Maxi stellt", sagt Paulaner-Chef Andreas Steinfatt. Maxi Schafroth sieht das durchaus lockerer: "Ich bin gestählt darin, vor Publikum zu spielen, das nicht nur aus Fans besteht."

Schafroth freut sich auf das Gesicht von Markus Söder

Auf dem Nockherberg wird er aber vor allem jene vor sich sehen, die er derbleckt. "Ich freue mich jetzt schon auf das Gesicht von Markus Söder. Das ist eine Triebfeder für mich. Er erinnert mich an einen fränkischen Laienspieler, wenn er dann so locker wird", sagt Schafroth.

Sein Politikerliebling ist aber ein anderer: "Der politische Zirkus ist immer ein Gerangel um die Volksnähe und in Zeiten, wo die Politik immer komplexer wird, da steht dann der Aiwanger da ..." – da wird er von Andreas Steinfatt mit der Bitte unterbrochen, sich doch noch ein paar Spitzen für das Derblecken aufzuheben.

Parodie statt Frontal-Vortrag

Eine klassische Rede mit halbstündigem Vortrag will Maxi Schafroth auf jeden Fall nicht abliefern. "Ich kann parodieren, ich bin musikalisch – das sag ich jetzt mal in aller Demut. Und das muss man halt in Einklang mit der traditionellen Form bringen."

In eine Rede will er sich trotzdem nicht zwängen lassen. "Sehr viel wird sich ergeben, wenn ich auf der Bühne bin. Ich bin ja ein spontaner Mensch." Spontan, aber auch jung. Deshalb wird er beim Redenschreiben Unterstützung haben. "Die Fastenpredigt erfordert Wissen über Perioden, die ich als Jahrgang ‘85 nicht erleben durfte. Da hole ich mir Hilfe ins Boot."

Schafroth ist ein alter Nockherberg-Hase

Schafroth ist kein Unbekannter auf dem Nockherberg. 2014 und 2015 spielte er kleine Rollen als Regisseur und Conchita-Wurst-Verschnitt im Singspiel, 2016 hatte er dann einen größeren Auftritt als Über-Ich in Seehofers Gehirn. Da hatte noch Luise Kinseher als Mama Bavaria derbleckt, die 2018 nach acht Jahren für viele überraschend ihren Abgang verkündete. "Wir sehen hier einer hoffentlich mehrjährigen Arbeit entgegen", gibt sich Steinfatt zuversichtlich. "Er war der Erste und Einzige, mit dem wir gesprochen haben. Gleich beim ersten Kontakt war klar: Er passt für die Aufgabe und für uns."

Maxi Schafroth begann seine Karriere 2007 im Vereinsheim und ist vielfach als Kabarettist ausgezeichnet. 2017 etwa erhielt er den bayerischen Kabarettpreis für Musik. Mit seinem Programm "Faszination Bayern" tourt er durch ganz Deutschland und ist festes Ensemblemitglied der ARD-Sendung extra3.

Beim Derblecken den Spiegel vorhalten

"Den Leuten den Spiegel vorhalten, diesen Punkt zwischen Selbsterkenntnis und Verstimmtheit auszuloten, das passiert auf dem Nockherberg wie nirgendwo anders", sagt Schafroth erfreut. Als welche Figur er diesen Punkt ausloten will, dazu hat er viele Ideen: "Vielleicht bin ich Conchita Wurst oder Vorsitzender der Jungen Union im Allgäu." Offensichtlich arbeitet es ihn ihm. "Ich spinne gerade rum und dann wache ich nachts auf und stelle mir Söder im Raumanzug mit Hundewelpen auf dem Arm vor. Dann muss ich lachen."

 

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