Niemand will sie haben Tierheim: Das sind die Langzeit-Insassen!

Chichi (5) ist ein kleiner Hund, und die werden normalerweise relativ schnell vermittelt. Nur Chichi scheint Pech zu haben: Der Collie-Basset-Mischling wartet bereits seit eineinhalb Jahren auf ein neues Zuhause. Trauriger Rekord in seiner "Gewichtsklasse". Wer noch länger wartet, sehen Sie in der Bilderstrecke. Foto: Münchner Tierschutzverein

Traurige Top 5: Diese Hunde aus dem Münchner Tierheim warten am längsten darauf, dass sie jemand zu sich nimmt.

 

Riem - Normalerweise bleiben Hunde und Katzen nicht besonders lang im Münchner Tierheim. Im Durchschnitt dauert es zwei bis vier Wochen, dann sind neue Besitzer für die Vierbeiner gefunden. Doch es gibt traurige Ausnahmen: Wenn Katzen alt oder krank sind, wird die Vermittlung schwierig. Einige warten deshalb schon seit 2010, dass sich jemand ihrer erbarmt.

Manche Hunde sitzen sogar noch länger im Tierasyl: Kangal-Rüde Pascha lebt seit fast neun Jahren in Riem, Mischling Robby seit sechs.

Meist sind die „Langzeit-Insassen“ große Hunde, die viel Auslauf und eine Aufgabe brauchen. Oft sind es Hütehunde wie Pascha, gezüchtet, um Schafherden zu bewachen. „In einer Großstadt wie München sind sie völlig fehl am Platz“, sagt Judith Brettmeister vom Tierschutzverein. Trotzdem werden sie auch hier verkauft. Mit dem Ergebnis, dass die Besitzer überfordert sind, die Hunde kaum kontrollieren können und sie schließlich im Heim abgeben.

Lesen Sie hier, wer schon besonders lange dort wartet: 

8,5 Jahre

Kangal-Mischling Pascha (9) war erst ein Jahr alt, als er abgegeben wurde, weil sein Besitzer nicht mit ihm zu Recht kam. Seitdem sitzt der große Rüde im Tierheim und wartet auf bessere Zeiten. Das Problem: Der Hütehund ist ziemlich launisch. Seinen Besitzer bewacht er argwöhnisch. Treffen beim Spazierengehen mehrere Personen aufeinander, geht er in Habacht-Stellung, und man sollte ihn nicht aus den Augen lassen. Pascha ist deshalb alles andere als ein Anfänger-Hund. Er braucht konsequente Führung. Immerhin: Den Agility-Kurs im Tierheim hat er mit Bravour bestanden.

Infos unter 089 / 92100020

6 Jahre

Auch Robby, ein Australian-Shepherd-Golden-Retriever-Mischling, ist ein Hund für Profis mit Durchsetzungsvermögen. Der 29-Kilo-Rüde hat ein Talent als Such- und Spürhund und legt Wert darauf, entsprechend beschäftigt zu werden. Weil er schnappt, wenn ihm etwas nicht passt, ist er als Familienhund nicht geeignet – und vermutlich ist dieses Verhalten auch ein Grund dafür, dass er mittlerweile seit sechs Jahren im Tierheim sitzt: Platz zwei in der traurigsten Statistik des Münchner Tierschutzvereins. Die gute Nachricht: Mit anderen Hunden verträgt sich Robby problemlos.

Infos unter 089 /  92100051

4,5 Jahre

Seit mehr als vier Jahren wartet Spiky (7) schon in Riem auf einen neuen Besitzer. Sein erster Halter kam mit dem Owtscharka-Mischling nicht zurecht. Denn auch Spiky ist kein ganz einfacher Zeitgenosse: Einerseits ist er verspielt und verschmust, andererseits aber auch extrem wachsam und besitzergreifend. Seit er im Tierheim ist, versuchen die Pfleger ihn besser zu erziehen und ihm einige schlechte Angewohnheiten aus seiner „Kindheit“ abzutrainieren. Erste Erfolge gibt es bereits. Mit anderen Hunden hat Spiky kein Problem, er braucht aber ein bisschen Zeit zum Kennenlernen.

Infos unter 089 / 92100051

3,5 Jahre

Sie ist wunderschön, aber schwierig und deshalb das einzige Weibchen unter den „Langzeit-Insassen“: Schäferhündin Bella (7) lebt seit August 2010 im Münchner Tierheim. Denn auch sie braucht einen durchsetzungsstarken Halter, der sich nichts gefallen lässt. Sonst könnte es Probleme mit unbekannten Personen oder anderen Hunden geben. Lernt Bella jemanden neu kennen, ist sie zunächst zurückhaltend. Fasst sie jedoch Vertrauen, wird sie zur lieben, anhänglichen Begleiterin. Ein strukturiertes Zuhause, in dem keine Kleinkinder leben, wäre ihre Chance, ein neues Leben zu beginnen.

Infos unter 089 / 92100051

1,5 Jahre

Eigentlich lassen sich kleine Hunde relativ problemlos weitervermitteln. Collie-Basset-Mischling Chichi (5) wartet bereits seit eineinhalb Jahren darauf, dass ihn jemand mitnimmt. Warum ist in seinem Fall eher unklar. Vielleicht liegt es daran, dass er mit seinen kurzen Beinen und dem großen Kopf nicht zu den Allerschönsten zählt. Dabei versucht Chichi alle Interessenten mit einem lustigen Kunststück zu beeindrucken: Schenkt jemand dem Rüden seine Aufmerksamkeit, setzt sich Chichi auf die Hinterbeine, hebt die Vorderpfoten – und erstarrt minutenlang in dieser Haltung.

Infos unter 089 / 92100051

 

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