Niederlage in Chemnitz Das traurige Comeback von Unterhachings Josef Welzmüller

Endlich wieder da: Josef Welzmüller (rechts) beim Spiel in Chemnitz. Foto: imago images/Picture Point

Josef Welzmüller gibt beim Drittligisten SpVgg Unterhaching nach 528 Tagen sein Comeback – und ärgert sich über die Niederlage.

 

Unterhaching - Die Kappe tief ins Gesicht gezogen, stand Josef Welzmüller am Samstag vor dem Mannschaftsbus der SpVgg Unterhaching. Eigentlich hätte der Kapitän an diesem Tag der glücklichste Spieler auf dem Platz sein müssen, doch seine Miene verriet keine Euphorie, keine Begeisterung über sein Pflichtspiel-Comeback nach 528 Tagen.

Der erneute Rückschlag seiner Hachinger im Aufstiegsrennen durch das 0:1 beim heimstarken Chemnitzer FC hatte die Freude über seine Rückkehr arg getrübt. "Es war mein Ziel, heute meinen Beitrag zu leisten, dass die Mannschaft gewinnt", sagte Welzmüller (30), "das ist nicht gelungen, deshalb bin ich schon enttäuscht."

Josef Welzmüller: Frust über Niederlage in Chemnitz sitzt tief

Warum die SpVgg nach dem 0:1 gegen die kleinen Bayern schon die zweite Pleite in Folge kassierte und damit aus den vergangenen fünf Begegnungen nur eine gewonnen hat? "Das frühe Gegentor in der fünften Minute hat uns brutal wehgetan", analysierte der gebürtige Münchner, der in Inning am Ammersee zuhause ist, "die erste Viertelstunde haben wir komplett verschlafen. Danach haben wir zwar ins Spiel gefunden, aber es nicht geschafft, etwas Zählbares mitzunehmen. Das ist schon alles sehr enttäuschend."

Und das bei seinem Comeback nach eineinhalb Jahren Leidenszeit. Rückblick: Am 26. September 2018 riss sich Welzmüller im Derby gegen den TSV 1860 das Kreuzband, eine OP und eine lange Rehaphase folgten. Doch immer wieder gab es Rückschläge, die Rückkehr des Kapitäns, dessen Vertrag zwischenzeitlich bis 2022 verlängert wurde, verzögerte sich.

Hachings Kapitän appelliert an sein Team

Im November vorigen Jahres, beim Test gegen Zweitligist Jahn Regensburg, stand der Verteidiger erstmals wieder für 45 Minuten auf dem Platz, eine Woche später kehrte er beim Spiel gegen Magdeburg in den Drittligakader zurück. Zum Einsatz kam er seitdem freilich nicht – bis Samstag, als er den gesperrten Markus Schwabl als Rechtsverteidiger vertrat.

"Die eineinhalb Jahre waren eine superlange Leidenszeit und ich bin froh, dass ich heute wieder auf dem Platz stehen durfte", sagte der 52-malige Drittligaspieler, der 2014 vom SV Heimstetten zur SpVgg Unterhaching gewechselt war.

Für die kommenden Spiele wünscht er sich aber wieder Siege. "Wir müssen am Samstag gegen Großaspach unbedingt einen Dreier einfahren. Ich hoffe, dass jetzt jeder im Training die Intensität so hochschraubt, dass wir einen Sieg erzwingen können – und dass jeder nach diesem Spiel so angefressen ist, dass wir nächste Woche zehn bis 15 Prozent oben drauflegen können", sagte Welzmüller. Es war ein Appell, wie er eines Kapitäns würdig ist. Welzmüller ist zurück. Endlich.

 

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