"Nicht verhandlungsfähig" München: Missbrauchsprozess gegen Großvater unterbrochen

Wann der Prozess fortgesetzt werden kann, ist noch unklar. Foto: Arne Dedert/dpa

Ein 56 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Starnberg soll seine Stief-Enkel und deren Freunde immer wieder missbraucht haben. Jetzt wurde der Prozess gegen ihn ausgesetzt.

 

München - Der Prozess gegen einen Großvater wegen hundertfachen Missbrauchs an seinen Stief-Enkeln und deren Freunden ist bis auf Weiteres unterbrochen worden. Wie das Landgericht München II am Mittwoch mitteilte, ist der Angeklagte derzeit nicht verhandlungsfähig. Neue Termine wurden darum noch nicht angesetzt. Ursprünglich sollte das Verfahren gegen den Mann in dieser Woche zu Ende gehen. Wann der Prozess fortgesetzt werden kann, ist nach Gerichtsangaben noch unklar.

Täter wurde in seiner Jugend ebenfalls missbraucht

Das Verfahren hatte Schlagzeilen gemacht, weil der weitgehend geständige Angeklagte mit seiner Aussage vor Gericht Vorermittlungen gegen einen ehemaligen Erzieher und einen Geistlichen ins Rollen gebracht hatte. Er hatte angegeben, in seiner Jugend in dem früheren katholischen Jugenddorf Piusheim in der Gemeinde Baiern im oberbayerischen Landkreis Ebersberg selbst massiv sexuell missbraucht worden zu sein.

Inzwischen hat sich der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, in den Fall eingeschaltet und den Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx aufgefordert, die Vorwürfe von einer unabhängigen Kommission aufklären zu lassen. Bei der Opferorganisation "Eckiger Tisch" und der Staatsanwaltschaft München II haben sich inzwischen weitere mutmaßliche Betroffene gemeldet.

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