Nicht nur für Kinder eine Freude Wimmelbild-Illustratorin Daniela Grabner im AZ-Interview

Autorenprofil Ruth Schormann
Daniela Grabner arbeitet als freiberufliche Illustratorin und hat Kommunikationsdesign in Augsburg studiert. Sie lebt in München. Foto: Volk-Verlag

Was ist denn da im Freistaat los? Mit detailreichen Bildern zeichnet die 27-jährige Illustratorin Daniela Grabner ein vergnügtes Bild von Bayern - nicht nur für Kinder ist ihr Buch eine Freude, erzählt sie der AZ.

Ludwig II. macht ein Selfie auf Neuschwanstein, während Bavaria verzweifelt den bayerischen Löwen sucht und ein Trachtlerpaar in einem Weißwurst-Ballon gen weiß-blauen Himmel entschwebt. Nein, das ist keine Beschreibung eines fantasievollen Fiebertraums, sondern zu sehen in Daniela Grabners großem bayerischen Wimmelbuch, das im Volk-Verlag erschienen ist. In der AZ erzählt die Münchnerin, wie es zu dem Buch kam – und warum Harry G. da nicht fehlen darf.

AZ: Frau Grabner, wie sind Sie auf die Idee zum bayerischen Wimmelbuch gekommen?
Daniela Grabner: Ich habe schon ein Augsburger Wimmelbuch im Volk-Verlag herausgebracht, und da der Münchner Verlag vor allem bayerische Themen bedient, habe ich mir in die Richtung Gedanken gemacht. Der rote Faden, der sich durch das Buch zieht, sind Wettkämpfe mit Augenzwinkern. Zum Beispiel der Almabtrieb, die Räuberjagd im Spessart oder das Dackelrennen auf dem Viktualienmarkt.


Am Königssee geht es rund – nicht nur beim Almabtrieb. (Foto: Volk-Verlag) (Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.)

Acht Stationen sind in dem Bilderbuch zu bestaunen, etwa die Zugspitze, aber auch Nürnberg, Regensburg und der Viktualienmarkt. Wie haben Sie die Orte und Städte ausgesucht?
Leider sind dabei auch ein paar Spots auf der Strecke geblieben, der Lindauer Hafen zum Beispiel wäre noch schön gewesen. Wir haben die wichtigsten Punkte ausgewählt, vor allem Orte, die man visuell schön darstellen kann, beispielsweise die Patriziertürme in Regensburg.

Auf den Wimmelbildern gibt es viele verschiedene Menschen zu beobachten, auch Promis kann man beim Durchblättern entdecken, oder?
Ja, auf fast jeder Seite sind welche, Goethe trinkt in Würzburg ein Glas Wein und Skispringer Schmitt saust die Zugspitze hinunter.

Und auf dem Viktualienmarkt habe ich doch den Komiker Harry G. entdeckt...
...genau! Haben Sie den erkannt? Das freut mich. Ich finde ihn so lustig, deswegen habe ich ihn gemalt. Hoffentlich ist er mir nicht böse. Auch Ude und Reiter sitzen auf dem Bild.


Ein ganz normaler Samstag auf dem Viktualienmarkt? Fast: Christian Ude begrüßt seinen Nachfolger bei einem Bier, Harry G bringt den bayerischen Löwen zum Lachen – und acht Dackel rennen um die Wette. (Foto: Volk-Verlag) (Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.)

Auf Ihren Wimmelbildern sind auch wiederkehrende Charaktere versteckt. Was hat es damit auf sich?
Die Entenfamilie mit einem Mitglied aus Plastik und die Mäuse haben auch schon Augsburg unsicher gemacht, das ist so ein bisschen mein Maskottchen. Auf jedem Bild sind außerdem Bavaria und ihr Löwe, der ihr entwischt ist, und ein kleiner Wolpertinger zu sehen. Die muss man quasi suchen. Und Brezn sind auch überall versteckt.

Ist das Buch und diese Aufgaben also eher nur etwas für kleine Kinder?
Das Buch ist eigentlich für jedes Alter geeignet und jeder kann sich dran erfreuen. Ich habe mitbekommen, dass es auch viele Erwachsene bestellen und dann nicht weiterschenken. Und Kinder schauen es gerne an, sind fasziniert und finden auf den Bildern immer wieder Neues.

Ist es das, was Ihre Faszination für Wimmelbilder ausmacht?
Absolut. Als Kind hatte ich solche Bücher immer wieder vor Augen. Ich finde, auf jedem Bild ist alles so bewegt, eine einzige Seite ist wie ein ganzer Film, da kann man eine halbe Stunde davor sitzen und entdeckt, dass alles Bezug zueinander hat. Man verweilt, dann möchte man weiter und im Kopf rotiert alles, man kommt nicht zur Ruhe und fühlt sich wie mittendrin.

Mehr Infos zu der Illustratorin finden Sie auf ihrer Homepage.

 

 

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