Nicht nur am Viktualienmarkt Verpackungsfrei einkaufen: So funktioniert's in München

Umweltreferentin Stephanie Jacobs (l.) und Johanna Koch von Rehab Republic präsentieren den Aufkleber am Standl Sevdas Mediterrane Feinkost am Viktualienmarkt. Foto: Daniel von Loeper

In manchen Münchner Läden können sich Kunden ihre Verpackung selbst mitbringen. Der Aufkleber mit dem Schriftzug "Einmal ohne, bitte" könnte gerade in kleinen Geschäften helfen.

München - "Viele Leute trauen sich im Laden vielleicht nicht, zu fragen, ob sie die Ware auch ohne Verpackung haben können. Diesen Leuten wollen wir mit unserem Projekt helfen", erklärt Johanna Koch vom Verein Rehab Republic. Der Verein hat dazu mit verschiedenen Kooperationspartnern aus dem Handel die Kampagne "Einmal ohne, bitte" entwickelt.

Ein bunter Aufkleber mit dem Schriftzug soll Einkäufern in Läden signalisieren, dass sie hier auch ohne Verpackung einkaufen können. Dann können Münchner mit einem Beutel und Tupperboxen an die Theke gehen und dort die Waren direkt in die eigene Verpackung gelegt bekommen.

Verpackungsfrei einkaufen - auch in München klappt es

Dazu gibt es Merkblätter, die erklären, wie das am besten funktioniert. So soll Plastikmüll vermieden werden. Ganz so einfach ist das allerdings nicht, wie Markus Brandl von Vinzenzmurr erklärt.

Die Metzgerei ist der größte Kooperationspartner der Kampagne. "Wir haben sehr strenge Hygienevorschriften. Kunden stellen deswegen ihr Behältnis geöffnet auf ein dafür vorgesehenes Tablett, dieses wird dann hinter die Theke gereicht, wo es befüllt wird. Dann wird es auf dem Tablett wieder über die Theke zum Kunden gegeben. Da nicht sicher ist, dass das Behältnis sauber ist, darf es nämlich nicht von den Verkäufern angefasst werden."

Vor allem kleine Läden nutzen das Angebot

Insgesamt würden Kunden das neue Konzept aber schon gut annehmen. Auch kleinere Läden nutzen das Angebot bereits.

So kann man sich zum Beispiel am Viktualienmarkt bei Sevdas Mediterraner Feinkost oder beim Münchner Kindl Senf die Waren direkt in die eigene Verpackung füllen lassen.

Umweltreferentin Stephanie Jacobs: "Verpackungsfreier Einkauf immer beliebter"

Die Münchner Umweltreferentin Stephanie Jacobs (parteilos) und Kristina Frank (CSU), die derzeitige Werkleiterin der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM) und OB Kandidatin, lobten vor Ort die Kampagne. "Der Verpackungsmüll wird immer mehr zu einem Problem", sagt Jacobs.

Doch auch das Umweltbewusstsein nehme zu: "Verpackungsfreier Einkauf wird immer beliebter." Für die Zukunft hat sich der Verein viel vorgenommen: Aus den bisher 36 teilnehmenden Läden sollen bis Ende des Jahres über 1000 werden.


Auch so lässt sich Plastik im Alltag vermeiden: 

Leitungswasser trinken
Anstatt stilles Wasser in Plastikflaschen zu kaufen, kann man Wasser direkt aus der Leitung trinken. Das ist nicht nur günstiger und plastikfrei, sondern in München auch von sehr guter Qualität.

Taschen mehrmals verwenden
Zum Einkaufen eine Stofftasche oder einen Rucksack mitnehmen. Wenn man doch mal im Laden eine Plastiktasche kaufen muss, dann diese aufbewahren und mehrmals verwenden.

Obst und Gemüse verpackungsfrei kaufen
In Supermärkten hat man oft die Wahl zwischen verpackten und unverpacktem Obst und Gemüse. Wer unverpackt kauft, spart oft Plastik im Vergleich zu individuell verpackten Waren. Beim Einkauf gänzlich auf Plastik verzichten kann man in verpackungsfreien Supermärkten.

Wachspapier oder Tupperdose statt Frischhaltefolie
Frischhaltefolien werden meist nur einmal verwendet, und dann weggeschmissen. Diesen Müll kann man leicht vermeiden, wenn man statt der Frischhaltefolie Wachspapier oder  Tupperdosen verwendet.

Coffee-to-go im eigenen Becher
Fast alle Cafés bieten Kaffee zum Mitnehmen auch im eigenen Becher an. Einfach einen Thermobecher von zuhause mitbringen und mit Kaffee auffüllen lassen. In vielen Cafés ist dies sogar ein bisschen günstiger und der Kaffee bleibt länger warm. Alternativ sich einfach etwas mehr Zeit nehmen und den Kaffee in einer Tasse vor Ort trinken.     

Mehrwegflaschen benutzen
Unterwegs Glas- oder Metallflaschen mitnehmen (gefüllt mit Leitungswasser). Wem diese zu schwer sind, kann auch eine alte Plastikflasche mehrmals verwenden.

Gebraucht kaufen
Plastik ist in vielen Produkten (wie zum Beispiel Elektrogeräten) kaum wegzudenken. Komplett auf Kunststoff zu verzichten ist daher sehr schwer. Vieles kann man allerdings gebraucht kaufen und somit den verbauten Kunststoff wenigstens wiederverwerten. 

 

1 Kommentar

Kommentieren

  1. Ihr Pseudonym sowie weitere Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading