Nicht mehr Kapitän Die Lauth-Falle

Benny Lauth. Foto: sampics

Nach Benny Lauths Degradierung ist klar: Geht es schief, dann muss sich Trainer Schmidt verantworten. Der Stürmer gibt sich locker – weil er genau das weiß

 

München -  Angst vor unpopulären Entscheidungen oder gar Untätigkeit kann man Alexander Schmidt jedenfalls nicht vorwerfen. Vor allem die wenigen Stars der Mannschaft scheinen es unter dem dem 1860-Coach nicht leicht zu haben. Den griechischen EM-Teilnehmer Grigoris Makos schickte er nach einem enttäuschenden ersten Jahr in München ebenso weg (nach Famagusta) wie Daniel Halfar, den wohl spielstärksten Spieler im Kader, der seinen Vertrag nicht vorzeitig verlängern wollte (nach Köln). Das war schon mutig.

Geradezu waghalsig mutet dagegen der Umgang Schmidts mit Benny Lauth an. Der Stürmer ist wohl der Spieler mit dem größten Talent, das je bei 1860 unter Vertrag stand. Er ist eine kickende Löwen-Legende – und war in allen Saisons seit seiner Rückkehr zu den Löwen mehr oder weniger Alleinunterhalter im Sturm. Weniger als zehn Tore erzielte er nie. Dennoch muss Lauth sich komplett demontiert fühlen von Schmidt. Am Freitag nahm Schmidt die Kapitänsbinde weg und gab sie Guillermo Vallori. Außerdem strich Schmidt Lauth – ebenso wie Kai Bülow – aus dem Mannschaftsrat. Auch seinen Stammplatz bei 1860 ist Lauth los, Schmidt scheint auf das Sturmduo Rob Friend und Neuzugang Stephan Hain zu setzen. Klassische Torjäger sind beide nicht.

Schmidt mag berechtigte Gründe sehen für seine Entscheidungen, am Ende können sie aber auch gegen ihn verwendet werden.
Besonders bitter muss Lauth, aufstoßen, dass Sportchef Florian Hinterberger versucht hat, die Degradierung gutzureden. „Vielleicht ist es ganz gut, wenn nicht alles auf ihn fokussiert ist und der Druck von ihm genommen wird. Dann wird er auch nicht ständig für alles alleine verantwortlich gemacht”, sagte er. Außerdem sei Lauth noch immer „ein ganz wichtiger Spieler. Er wird zum Einsatz kommen, vielleicht aber nicht 34 Spiele.”

Lauth selbst hat die Entscheidungen gegen sich gewohnt professionell aufgenommen: „Ich habe diesen Schritt geahnt. Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich muss es akzeptieren”. Doch er sagte auch: „Der Trainer verändert viel. Ob es dann das Richtige ist, wird die Zeit zeigen. Es ist nun abhängig davon, wie wir in die Saison starten. Wenn gut, wird die Stimmung auch dementsprechend besser sein. Wenn nicht, geht es in die andere Richtung.” 

 

8 Kommentare