Neuzugang des TSV 1860 Sebastian Boenisch: Soforthelfer mit guter Ausstrahlung

Zum ersten Mal im 1860-Trikot: Neulöwe Sebastian Boenisch beim Benefizspiel in Burghausen. Foto: sampics/Augenklick

Sebastian Boenisch, der neue Löwe, soll Sechzig Stabilität in der Abwehr geben. "Er kann da alles spielen, nicht nur außen, sondern auch zentral".

 

München - Sebastian Boenisch ist ein Mann der Tat. Er nimmt alles gleich selber in die Hand. Das Kennenlernen der neuen Kollegen. Das Eingewöhnen in die Mannschaft des TSV 1860. Das Austarieren der Stimmung bei Sechzig. Im Training am Montag war der Neue bestens gelaunt. Er flachste mit den neuen Kollegen, er griff sich Karim Matmour, klopfte dem Marokkaner anerkennend auf die Schulter. Später, beim Putzen der Kickschuhe vor der Kabine, machte der 29-Jährige aufgeschlossen Scherze. Den anderen gefiel es.

Es zeigt: Boenisch ist schnell angekommen in Giesing. Als Mensch. Er soll dies möglichst fußballerisch auf dem Platz genauso schnell schaffen. Das ist der Wunsch von Chefcoach Kosta Runjaic. Der 45-Jährige braucht einen Soforthelfer, einen Stabilisator für die Abwehr neben Vize-Kapitän Jan Mauersberger. Das Benefizspiel gegen eine BFV-Auswahl in Burghausen, das die Sechzger 1:0 gewannen, deutete an, was Runjaic mit dem früheren Champions-League-Spieler vorhaben dürfte.

Sebastian Boenisch: "Ausdauer war nie mein Problem"

Der einstige polnische Nationalspieler ist zwar Außenverteidiger, Sechzig braucht aber einen Routinier für die Innenverteidigung, erst recht nach der Verletzung von Milos Degenek. Mehr noch: Boenisch dürfte für Runjaic mit seiner Ball- und Passsicherheit jener erste Spieleröffner sein, den sich der Löwen-Coach so sehr gewünscht hat. In Burghausen ließ Runjaic ihn 60 Minuten in der Abwehrmitte ran. Eine Rolle, die er bereits im Heimspiel am Sonntag gegen Düsseldorf (13.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) ausfüllen wird? Ja, wenn es nach ihm geht. "Ausdauer war nie mein Problem", sagte der Verteidiger auf Nachfrage der AZ, "ich hatte immer viel Ausdauer."

Boenisch war seit Anfang Juli vereinslos. Er hielt sich in den Wochen nach dem Ende seines Engagements bei Bayer Leverkusen individuell fit. Er hat jeden Tag streng nach einem fixen Trainingsplan an seiner Fitness gearbeitet. "Ich habe noch nicht die hundertprozentige Abstimmung zu den Kollegen", meinte er, "aber ich arbeite daran." Boenisch tritt selbstbewusst auf, seiner Statur angemessen. Er ist 1,91 Meter groß, hat breite Schultern und eine entsprechende Ausstrahlung.

"Er ist ein Vollprofi, hat eine gute Ausstrahlung, ist ein guter Typ"

Es ist ein Selbstbewusstsein, das den Löwen nach dem wechselhaften Saisonstart samt Tabellenplatz 14 nur gut tun kann. Dazu passt die Einschätzung von Keeper Jan Zimmermann: "Mein erster Eindruck: Er ist ein Vollprofi. Seine Erfahrung spricht für sich. Er hat eine gute Ausstrahlung, ist ein guter Typ. Er hat sich positiv eingebracht, daher fällt es leicht, ihn zu integrieren. Ich gehe fest davon aus, dass er uns helfen wird." Boenisch könne in der Abwehr schließlich alles spielen, "nicht nur außen, sondern auch im Abwehrzentrum. Mit seiner Erfahrung und körperlichen Präsenz traue ich ihm das ohne weiteres zu."

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Routine und Präsenz können die Löwen nach den Verletzungen von Kapitän Stefan Aigner und Ivica Olic gebrauchen. Boenischs Wechsel nach Giesing hatte auch an anderen Zweitliga-Standorten für Aufsehen gesorgt. Fußball ist immer ein Geschäft der Signale und dieser Transfer ist ein solches Signal. 1860 rutschte nach zuletzt nur einem Punkt aus vier Spielen in der Tabelle bedenklich ab. Boenisch hat das zur Kenntnis genommen. "Ich hoffe, dass man uns ruhig arbeiten lässt, damit wir unsere Automatismen reinbekommen. Dann liegt es an uns zu punkten", sagte er abgebrüht. "Wir wollen unser Bestes geben und am besten schon am Sonntag zuhause drei Punkte holen."

 

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