Neuzugang aus der AHL Neuer Abwehrstar des EHC: So tickt Zach Redmond

Verstärkt den EHC: Zach Richmond kommt vom AHL-Klub Rochester Americans. 2013 erlitt er eine Horrorverletzung. Foto: imago images / Icon SMI

Der ehemalige NHL-Verteidiger Redmond wechselt nach München. "Absolute Führungsqualitäten" attestiert Trainer Jackson dem 31-Jährigen, der 2013 auf dem Eis fast sein Leben verloren hätte.

 

München - Was lange währt, wird endlich ein Vertragsabschluss. Bereits drei Jahre beobachtete der EHC Red Bull München die Künste von Verteidiger Zack Redmond. Aber erst jetzt setzte der 31-Jährige sein Autogramm auf die gestrichelte Linie der Arbeitspapiere beim Hauptrundensieger der Saison 2019/20, in der aufgrund der Corona-Pandemie ja kein Meister in der DEL ausgespielt wurde.

"Redmond wird uns durch seine Fähigkeiten sowohl in der Defensive als auch in der Offensive besser machen. Zudem besitzt er absolute Führungsqualitäten", sagte EHC-Trainer Don Jackson über den US-Verteidiger, der zuletzt in der AHL bei den Rochester Americans unter Vertrag stand. Zudem stehen in der Vita von Redmond 133 Einsätze (9 Tore, 29 Vorlagen) in der NHL zu Buche.

Redmond war 2018/19 "bester Verteidiger der AHL"

In der AHL lief er stramme 414 Mal auf, er erzielte dabei 76 Tore, bereitete 176 Treffer vor. "Schon im Februar dieses Jahres hat Zach uns signalisiert, dass er höchstwahrscheinlich den Sprung nach Europa in die bayerische Landeshauptstadt wagen wird", erläuterte EHC-Sportdirektor Christian Winkler den Königstransfer der Münchner in der Abwehr.

In der Saison 2018/19 erhielt Redmond die Auszeichnung als "Bester Verteidiger der AHL", er belegte mit 21 Toren Platz eins unter allen Defensivspielern und brach bei den Rochester Americans den klubinternen Rekord für die meisten Saisontore eines Verteidigers. "Für mich und meine Familie ist der Wechsel nach Europa – sowohl aus sportlicher als auch privater Sicht – eine sehr gute Möglichkeit, um neue Erfahrungen zu sammeln", sagte Richmond, der bei der WM 2015 mit Team USA Bronze gewonnen hatte.

Horror-Verletzung: Not-OP rettet Redmonds Leben

Erfahrungen hat der 1,88-Meter große und 96 Kilo schwere Defensivmann im Eishockey schon einige gesammelt. Gute, schlechte – und lebensbedrohliche. Am 21. Februar 2013 zu seiner Zeit beim NHL-Klub Winnipeg Jets, kam es im Training zu einem Horrorunfall. Redmond stürzte, ein Teamkamerad konnte nicht ausweichen, fuhr über Redmond und durchtrennte dabei die Oberschenkel-Arterie.

Sofort bildete sich unter Redmond eine riesige Blutlache, die Betreuer stürmten aufs Eis. Teamkollege Anthony Peluso reagierte umgehend, er holte sofort ein Handtuch und drückte damit die blutspritzende Wunde mit aller Kraft ab. Redmond wurde sofort ins Krankenhaus nach Raleigh in North Carolina gebracht. Dort wurde er notoperiert, in einem über dreistündigen Eingriff konnten die Ärzte sein Leben retten.

Redmond: "Ohne sie wäre ich verblutet"

"Wir sind den Trainern, Betreuern sowie seinen Teamkameraden auf ewig dankbar. Sie haben heldenhaft die nötigen Maßnahmen ergriffen und ihm so letzten Endes das Leben gerettet", sagte die Familie Redmond nach dem Vorfall. Sechs Wochen nach dem Eingriff stand der Amerikaner wieder auf dem Eis. "Ich habe den Schnitt nicht einmal gespürt. Doch dann sah ich das Blut. Sehr viel Blut", sagte Richmond. "Meine Trainer und Kameraden haben die Blutung unter Kontrolle gehalten, bis die Ärzte kamen. Ohne sie wäre ich verblutet. Die Ärzte sagten nach der OP, dass ich eine 50/50-Chance habe, je wieder Eishockey zu spielen."

Doch Redmond glaubte immer an seine Chance – zu 100 Prozent. Sieben Jahre später spielt er, der ehemalige Teamkamerad von EHC-Ikone Jason Jaffray, nun in München. Beim EHC.

 

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