Neugestaltung im Jagd- und Fischereimuseum Ein Waldspaziergang im Museum

Das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum in der Neuhauser Straße kennt - zumindet vom Vorbeigehen - jeder. Aber wann waren Sie zuletzt drin? Foto: Katharina Alt

Zum 75-jährigen Bestehen wird das Jagdmuseum erneuert. Statt Schaukästen gibt’s bald Wald- und Wasser-Erlebniswelten - maßgeschneidert für alle Arten von Besuchern.

 

Altstadt  - Die Bronze-Wildsau und den Wels in der Neuhauser Straße kennt wohl jeder. Scharen von Touristen posieren täglich mit ihnen für Fotos. Weniger Menschen wissen, dass es hier am Eck zur Augustinerstraße ins Jagd- und Fischereimuseum geht.

Dabei lohnt sich ein Besuch: Die Räume der ehemaligen Augustinerkirche sind beeindruckend. In der Ausstellung gibt’s weit mehr zu sehen als Hirschgeweihe und alte Waffen.

"Das Museum ist ein ganz besonderes Schuckstück", sagt Stiftungsvorstandsmitglied Christiane Hacker.

Aber: Das Museum ist auch ein bisserl in die Jahre gekommen. Heuer feiert es 75. Geburtstag. 1966 zog die Sammlung vom Schloss Nymphenburg hierher um und ist teils noch auf dem Stand von damals. „Im wahrsten Sinne museal“, sagt Jagdverbandspräsident Jürgen Vocke.

Deshalb werden nach und nach einzelne Ausstellungsbereiche komplett erneuert. Der Umbau der Fischereiabteilung ist schon in vollem Gang. Ab Montag können Besucher schon mal die ersten zwei Stationen eines Unterwasserwegs vom Fichtelgebirgsbach bis zum Meer zurücklegen. Der Rest folgt nach und nach. Hier werden die Museumsgänger dann im blaunen Schimmerlicht und bei Wasserrauschen auf echtem mit Spezialharz gehärteten Flußkies wandeln - ganz so, als wären sie unter Wasser. 

Am Donnerstag fiel jetzt auch der symbolische Startschuss für die Neugestaltung der Jagdabteilung. Im Herbst beginnt der Umbau, rund 1,2 Millionen wird er kosten. Davon zahlt 1,1 Millionen der Freistaat. Den Rest übernehmen die Stadt, der Bayerische und der Deutsche Jagdverband.

Im Mai/Juni 2014 soll alles fertig sein. Statt durch den engen, stickigen Gang im Zwischengeschoss des Museums wandelt man in der Jagdabteilung in Zukunft durch Wald und Feld. Museumsplaner Reinhard Körting hat mit dem Architekten Johann Schmuck das Konzept entwickelt. Die moderne Vermittlungsweise soll auch Kinder und junge Leute ansprechen und über Jagd, Natur und Tierwelt informieren.

Statt „toter Schaukästen“ gibt es großzügige Schaubilder, alles atmosphärisch untermalt durch Licht und Geräusche - von einer Art Schleuse aus, wird der Besucher in den Wald entführt - als wär’ man mittendrin. Für Kinder gibt es zum Beispiel einen Fuchsbau, in den man hinein kriechen kann, Mitmachangebote und  eine Quizstation.

Ein spezielles Extra: Am Eingang wählt man einen persönlichen digitalen Begleiter. Das kann ein Förster sein, aber auch ein Frischling - ganz nach Wahl. Der digitale Begleiter wird mit einem Chip an verschiedenen Stationen abgerufen. Das Jagsmuseum muss den Spagat zwischen den sehr unterschiedlichen Besuchergruppen schaffen. So bekommt jeder, vom Kind bis zum Fachbesucher, sein individuelles Museumserlebnis.

 

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