Neues Lokal auf der Museumsinsel Sandra Forster: Die Schöne von der Insel

Der alte Kongresssaal steht seit Jahren leer. Sandra Forster wird ihm bald Leben einhauchen. Foto: dpa/privat

Die Szenegastronomin Sandra Forster übernimmt im Frühjahr die Museumsinsel. Wer sie ist und was sie plant.

München - Wenn jemand Sandra Forster (42) fragt, wie's auf der Museumsinsel ausschauen wird, wenn sie dort im Frühjahr die Gastronomie übernommen hat, sagt sie: "Schön halt." Lässt man den Blick durch ihr Lokal Kismet streifen, über die dunkelgrünen Fliesen der ehemaligen Backstube und die violett-blauen Polster, weiss man, wie die Gastronomin das meint: Schön halt.

Die Frau mit den goldenen Haaren und dem goldenen Eckzahn betreibt derzeit das Ausbildungsrestaurant für sozial benachteiligte Jugendliche Roecklplatz, das vietnamesische Restaurant mit Club Charlie in der Schyrenstraße und das orientalische Restaurant Kismet in der Löwengrube mit seinem kleinen Bruder Kiss in der Landwehrstraße. So unterschiedlich die Lokale sind, so viel haben sie gemeinsam: Es sind inhabergeführte Lokale, die Forster mit Partner betreibt. Seit dem Kismet eröffnet sie nur noch vegetarische Restaurants. Die Musik ist elektronisch, das Design reduziert und warm. Oft finden sich Verweise auf die vorherige Nutzung des Ortes.

"Im Kismet haben wir den Boden freigelegt und die alten Stühle abgeschliffen. Ich kann Dinge günstig gestalten und brauche kein teures Interieur, um Stimmung zu erzeugen", sagt Forster. Innenarchitektur hat sie nie gelernt. Sie schafft Räume intuitiv und füllt sie mit ihrem gastronomischen Konzept. Köchin hat sie in ihrem eigenen Ausbildungsrestaurant gelernt – da hatte sie schon vier Gastrobetriebe in München.

Das vegetarisch-orientalische Restaurant Kismet in der Löwengrube wird dominiert von Grüntönen. Die Stühle sind aus der Bäckerei, die vorher in den Räumen war.
Das vegetarisch-orientalische Restaurant Kismet in der Löwengrube wird dominiert von Grüntönen. Die Stühle sind aus der Bäckerei, die vorher in den Räumen war. Foto: min

Ein Club und eine Hightech-Werkstatt sind auch dabei

Mit vier Partnern will Sandra Forster ab dem Frühjahr einen Großteil der Fläche des Kongresssaals des Deutschen Museums übernehmen. Ein vegetarisches Restaurant mit Terrasse an der Isar wird's geben. "Eine Art Spin-Off vom Roecklplatz, denn dort wollen wir geflüchtete Jugendliche ausbilden", sagt Forster. Während im Roecklplatz alpenländisches Essen gereicht wird, könnte man auf der Museumsinsel auf ein orientalisches Restaurant spekulieren. Vor dem Eingang zum Kongresssaal soll's einen Kiosk geben, der den Ort belebt. David Muallem, früher Booker im Bob Beaman, ist verantwortlich für den Club auf der Museumsinsel – der wird elektronisch hochwertig, ähnlich dem Club Kong in der Prielmayerstraße, den Forster bis vor einem Jahr hatte.

Neben dem Restaurant und dem Club soll noch Raum für eine digitale Hightech-Werkstatt, ein sogenanntes "Makers Lab" geschaffen werden. Hier können junge Kreative unter der Schirmherrschaft des Deutschen Museums wirken. Die westliche Hälfte des Erdgeschosses mit über 800 Quadratmetern kann für kulturelle und populärwissenschaftliche Veranstaltungen gemietet werden. Bis das Deutsche Museum die finanziellen Mittel und die Kapazitäten hat, die Zukunft des Gebäudes selbst in die Hand zu nehmen, soll diese Zwischennutzung einige Jahre laufen.

Nächster Stopp Wiesnwirtin?

"Ich freue mich darauf, das Projekt auf der Museumsinsel zu machen, aber dann ist es wirklich genug", sagt Forster. Wiesnwirtin? Da lacht Sandra Forster nur. "Ich definiere mich nicht über meine Arbeit und kann mich ganz gut mit meinem Mann, meinem Sohn und meinen Freunden beschäftigen."

Aber erstmal setzt die Szenegastronomin all die Ideen um, die sie für die Kongresshalle hat. Damit es auf der Museumsinsel schön wird.

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