Neues Augenmerk gelegt "12 Years A Slave": Filmplakate werden vom Markt genommen

Eigentlich gehört er auf die Kinoplakate: Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor Foto: Joel Ryan/Invision/AP

Das Konterfei Brad Pitts auf einem Plakat zum Film "12 Years A Slave" hat in Italien für einen mittelschweren Eklat gesorgt. Die Verantwortlichen haben reagiert.

 

Rom - Das Gesicht von Brad Pitt auf einem Plakat kann schon einmal zum Erfolg eines neuen Kinofilms beitragen. Kritik kommt aber auf, wenn der Hollywoodstar in den Mittelpunkt gerückt wird, obwohl er in einem bedrückenden Film-Drama rund um das Thema Sklaverei eigentlich nur eine kleine Nebenrolle übernimmt - und trotzdem dem dunkelhäutigen Hauptdarsteller auf den Werbepostern die Show stiehlt. So ist es nun jedenfalls im Streit um Werbematerial zum Kinostreifen "12 Years A Slave" geschehen.

Ein Poster, mit dem der Film in Italien beworben wurde, hatte einen regelrechten Shitstorm ausgelöst, da statt Hauptakteur Chiwetel Ejiofor (36) nur Micheal Fassbender (36) und Brad Pitt (50) im Vordergrund standen. Letzterer ist zwar als Produzent mit dabei, taucht im Film aber nur kurz vor Ende auf. Fassbender ist immerhin noch in einer recht großen Nebenrolle zu sehen. Trotzdem zierten ihre zugkräftigen Gesichter an promintester Stelle das Plakat. Ob nun kommerziell motiviertes Poster-Design oder nicht: In Italien machten sich Rassismus-Vorwürfe breit.

Auf die haben die Verantwortlichen nun reagiert. Laut "The Hollywood Reporter" wurde das "nicht autorisierte" Promomaterial des italienischen Kinoverleihs eingestampft. "Das unangebrachte Material wurde nun zurückgezogen. Wir sind stolz auf den Film und bedauern jegliche Verwirrung, die dieser Vorfall verursacht haben könnte", wird der verantwortliche italienische Filmverleiher BIM Distribuzione zitiert. Schon davor war bekannt geworden, dass das Plakat offenbar nicht mit den Produzenten und Lizenzgebern des Streifens abgesprochen war. Neue Aufnahmen sollen nun den wahren Helden der Produktion besser in Szene setzen.

Das Historiendrama erzählt die Geschichte des afroamerikanischen Geigenspielers Solomon Northup, der Mitte des 19. Jahrhunderts als Sklave in die Südstaaten verschleppt wird und dort zwölf Jahre lang auf seine Freiheit hofft. Der Film basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Werk von Northup aus dem Jahr 1853. Regie führte der Brite Steve McQueen (44, "Shame").

 

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