Neuer Zugang zur Praterinsel Lehel: Die Treppe zur Maximiliansbrücke kommt

1,80 Meter Breite soll der Aufgang von der Praterinsel zur Maximiliansbrücke haben. Am Ende könnten es auch 1,50 Meter werden, es ist noch Verhandlungssache. Foto: Visualisierung: Staatliches Bauamt München 2

Stadtpolitiker machen den Weg frei für einen neuen Zugang zur Praterinsel in München. Der Tunnel ist vom Tisch.

 

Lehel - Die monatelange Debatte des Bezirksausschusses (BA) Altstadt-Lehel um einen geplanten Treppenaufgang von der Praterinsel zur Maximiliansbrücke hat nun ein Ende. Pläne des Staatlichen Hochbauamtes hatten sie ausgelöst. Darin war ein gestrichelter Tunnel in der Treppenwand eingezeichnet. Und keiner aus dem BA wusste davon.

Klar war: So ein Durchbruch von der Praterinsel würde direkt zur Schwindinsel leiten, die im Norden der Brücke liegt. Schließlich ist sie ein schützenswertes, inoffizielles Naturschutzgebiet. Auch die Anzahl der Bäume, die für die Treppenanlage abgesägt werden müssten, verstörte. Zehn ausgewachsene Bäume müssten für die Treppe geopfert werden. "Unverhältnismäßig", nannten das die BA-Mitglieder der Grünen, allen voran deren Baumschutzbeauftragter.

Kürzerer Pendler-Weg für Landtags-Mitarbeiter

Dennoch machte der BA nun den Weg frei für das Bauwerk, das einige BA-Mitglieder in den vergangenen Wochen als "Treppenwitz" bezeichneten. In der BA-Sitzung vom Dienstagabend schaffte nämlich ein Ministerialdirektor des Landtags das zentrale Missverständnis aus der Welt und versicherte sinngemäß, auch gegenüber der AZ: "Niemand hat die Absicht, einen Tunnel zur Schwindinsel zu bauen."

Ministerialrat Worm scheint es ernst zu meinen. "Der Landtag wollte nie einen Tunnel, sondern einfach nur eine Treppe, die den Weg der Mitarbeiter von der Praterinsel zum Maximilianeum verkürzt", sagt er. 55 Landtags-Mitarbeiter haben ihr Büro nämlich aktuell auf der Praterinsel. Täglich pendeln sie zu Fuß bis zu zwölf Mal zum Landtag. Dafür müssen sie derzeit einen Umweg gehen, der etwa doppelt so lang ist, als wenn sie über eine Treppe sieben Höhenmeter überwinden, zur Maximiliansbrücke steigen und direkt zum Landtag gelangen könnten. Diese Zeitersparnis ist dem Landtag einiges wert. Etwa 180.000 Euro sind für die Treppe mit etwa 30 Stufen veranschlagt. Die Kosten übernimmt der Freistaat. Eine bereits bestehende Nottreppe ist marode und daher gesperrt.

BA-Chef Neumer: "Der Tunnel ist vom Tisch"

Für den Sinneswandel im BA sorgte nicht nur der Auftritt von Worm. BA-Chef Wolfgang Neumer (CSU) erzählt von einem klärenden Treffen einer BA-Delegation mit Vertretern des Landtags, vor etwa sechs Wochen: "Der Tunnel ist vom Tisch", sagt er, nachdem der BA am Dienstag mit elf zu vier Stimmen für den Treppenbau stimmte. Neumer ist sicher: "Ich glaube, mit einem geplanten Tunnel hätte unser Ausschuss niemals für den Bau gestimmt. Denn kaum jemand will, dass die Schwindinsel erschlossen wird. Sie ist eine einzigartige Natur-Oase, mitten in der Stadt und sollte unbedingt erhalten bleiben."

Trotz allem hielten sich die Planer offenbar die Möglichkeit offen, irgendwann einen Tunnel in das Bauwerk zu fräsen. Doch Worm glaubt nicht daran. "Bekanntlich ist ja die Brücke denkmalgeschützt. Die Hürden, einen Tunnel zur Schwindinsel zu bauen, sind daher hoch." Vom Landtag habe das ohnehin niemand gefordert.

Lesen Sie auch: Bessere Luft: Fahrspur für Busse in der Prinzregentenstraße?

 

7 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihr Pseudonym sowie weitere Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading