Neuer Landtag Rekorde bei der Briefwahl in München

Hier im Kreisverwaltungsreferat werden die Unterlagen für die Briefwähler eingetütet und versandt. Übrigens: Die meisten Mitarbeiter wollten nicht aufs Foto, nur deshalb wirkt es so leer. Foto: Gregor Feindt

Wer jetzt noch per Post wählen will, muss sich beeilen. 9500 Helfer sind für die Wahlen am Sonntag eingeteilt.

 

München - Diese Wahlen brechen schon jetzt alle Rekorde und setzen das Wahlamt unter Druck. Die Hoffnung ist groß, dass auch die Wahlbeteiligung hoch sein wird: Bis gestern haben schon 249360 Münchner Briefwahl beantragt – am Vergleichstag zur Landtagswahl 2008 waren es nur 137000. Für die Bundestagswahl in einer Woche (am 22. September) haben sich in München schon 238876 Briefwähler gemeldet: Das sind schon 50000 mehr, als zur Bundestagswahl 2009 überhaupt per Post gewählt haben.

Briefwahl wird immer beliebter. Und: Man muss dabei auch bedenken, dass München in den vergangenen fünf Jahren um 100000 Einwohner größer geworden ist.

Das Wahlamt hat den Ansturm inzwischen im Griff, wie es sagt. Zum Wochenende waren die Wahlunterlagen ausgegangen, weshalb rund 20000 Münchner zu lange auf ihre Wahlpost warten mussten. „Ja, wir haben das unterschätzt“, räumt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle ein. Der Ärger war groß, aber das passierte vielen Wahlämtern in Bayern.

Wer jetzt noch Briefwahl beantragen will, für den wird es eng. Das Wahlamt rät deshalb: Holen Sie die Briefwahlunterlagen lieber persönlich im Wahlamt ab. Dort kann man auch gleich wählen. Das zuständige Wahlamt findet man im Internetportal des Kreisverwaltungsreferats oder telefonisch bei der Wahl-Hotline:  23396233. Wer auf den letzten Drücker der Post nicht vertraut, der kann seinen Brief mit den ausgefüllten Wahlunterlagen im Wahlbriefkasten des KVR an der Poccistraße oder am Rathaus am Marienplatz (beim Fischbrunnen) einwerfen.

Die Wähler haben viel zu tun: Landtagswahl, Bezirkswahl und fünf Volksentscheide stehen zur Abstimmung. Für die Landtagswahl und die Bezirkswahl gibt es jeweils zwei Stimmzettel: Auf dem kleinen wird der Direktkandidat mit der Erststimme gewählt. Auf dem Großen für die Zweitstimme kann man in Oberbayern allein für den Landtag unter 520 Kandidaten aus zwölf Parteien wählen. Aber Achtung: Anders als bei der Stadtratswahl darf man nur einen Kandidaten ankreuzen.

Für die fünf Volksentscheide gibt es einen gemeinsamen gelben Zettel: Da kreuzt man Ja oder Nein an.

Fragen beantwortet die Wahl-Hotline des KVR: 23398233: Donnerstag von 8.30 - 15 Uhr, Freitag 7.30 bis 12 Uhr, Samstag 8-15 Uhr, Sonntag 7.30 bis 18 Uhr.

Am Sonntag wird nur die Landtagswahl ausgezählt. Die Ergebnisse der Volksentscheide und der Bezirkswahl werden voraussichtlich am Dienstag veröffentlicht.

Für die 909169 Wahlberechtigten Münchner werden 702 Wahllokale an 202 Standorten eingerichtet. Davon sind nur 326 barrierefrei. Wer ein barrierefreies Wahllokal braucht, kann sich auf der Internetseite des Kreisverwaltungsreferats informieren oder bei der WahlHotline anrufen. Rund 9500 Wahlhelfer sind für den Urnengang am Sonntag im Einsatz. 2,9 Millionen Euro kosten die Wahlen.

Die Wahlen gehen auch nach dem Sonntag weiter: Die Woche drauf ist am 22. die Bundestagswahl. Sollte sich München um die Olympischen Winterspiele 2022 bewerben wollen, ist dazu am 10. November ein Bürgerentscheid. Am 16. März ist Stadtrats- und OB-Wahl und im Mai Europawahl.

 

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