Neuer Chef für die Pinakotheken Bernhard Maaz wird Münchens Kunstchef

Bernhard Maaz wechselt von Dresden nach München Foto: dpa

Der Kunsthistoriker Bernhard Maaz wird neuer Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

 

Keine Überraschung, aber eine fabelhafte Wahl – so darf man die Besetzung von Bernhard Maaz in plakativer Kürze zusammenfassen. Der 53-jährige Kunsthistoriker aus Dresden tritt am 1. Februar als Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen an und übernimmt damit die Nachfolge von Klaus Schrenk.
Amüsanterweise ging erst am Sonntag eine Ausstellung in München zu Ende, die Maaz selbst erantwortet hatte: Unter dem Titel „Rembrandt – Tizian – Bellotto“ waren in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung Schätze der Dresdner Gemäldegalerie zu sehen.
Wer den Noch-Direktor der berühmten Kollektion alter Meister und des Kupferstichkabinetts kurz vor der Eröffnung im August auf die bayerische Top-Position ansprach, bekam zwar nur ein paar Fragezeichen zur Antwort. Allerdings es war offenkundig, dass Maaz Lust auf München und die Pinakotheken hat.
Dort indes kennt und schätzt man ihn seit langem, sei es in fachlicher wie kollegialer Hinsicht. Leihgaben – etwa zum 175-jährigen Geburtstag der Alten Pinakothek - wechselten immer geräuschlos die Häuser. Maaz kennt eben auch die Belange eines großen Sammlungsapparats.
Gleich im Anschluss an sein Studium in Leipzig begann er an der Nationalgalerie in Berlin, war dort für den Umbau der alten Nationalgalerie verantwortlich, die er ab 2003 leitete. 2010 zog es den charmanten Museumsmann aus Jena dann nach Dresden auf die eingangs erwähnte Doppelposition.
In Bayern warten auf ihn nicht nur die Pinakotheken, die Sammlung Schack und das Museum Brandhorst, sondern außerdem 13 Zweigmuseen im ganzen Land. Wobei der Fokus sicher auf München und vor allem der Weiterentwicklung des Kunstareals liegen wird. Dazu gehören zwei Großprojekte, die Sanierung der Alten und – die noch diffizilere Aufgabe – der Neuen Pinakothek, für die noch nicht einmal die Planungsgelder bewilligt sind. Ob die Verhandlungen im Kunstministerium auch deshalb so lange gedauert haben? Es wäre naheliegend.
Spannend wird es, wie der Feingeist Maaz mit der hiesigen Mir-san-mir-Mentalität klar kommt. Man sollte den freundlich zurückhaltenden Fliegen-Träger jedoch auf keinen Fall unterschätzen.
 

 

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