Neue Waffen, bessere Westen Nach Amoklauf am OEZ: Münchner Polizei rüstet auf

Nach dem Amok-Einsatz am OEZ (Archivfoto) rüstet die Münchner Polizei auf. Foto: dpa

Nach dem Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum zieht die Münchner Polizei Konsequenzen und rüstet systematisch auf.

 

München - Zum einen sollen die Beamten neue Waffen mit mehr Schuss bekommen, wie Polizeipräsident Hubertus Andrä in der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag) ankündigte. Zum anderen sollten Polizisten in Zivilkleidung künftig als solche erkennbar sein.

"Eine Überlegung ist, ob alle Armbinden dabei haben sollten", sagte Andrä. "Denn wenn Bürger nicht sehen, wer ein Polizist ist, steigert das den Stresspegel. Zudem haben wir größte Sorge, dass Kollegen in ein 'friendly fire' kommen, also dass Polizisten versehentlich auf eigene Leute schießen." Polizisten in Zivilkleidung, aber mit Pistole in der Hand, hatten in der Amoknacht im Juli teils große Ängste ausgelöst.

Dienstwaffen mit größeren Magazinen und bessere Schutzwesten

Während Münchner Polizisten in der Regel eine achtschüssige Heckler & Koch P7 als Dienstwaffe führen, nutzte der Amokläufer Ali David S. eine Glock, deren Magazin 17 Patronen fasst. Dieses Ungleichgewicht zwischen Polizei und Tätern soll durch eine neue Dienstwaffe beseitigt werden. "Wir werden eine neue Dienstwaffe bekommen, die entsprechend leistungsfähig ist", sagte Andrä der SZ.

Zudem soll der Schutz der Beamten verbessert werden. Neben den derzeit verwendeten herkömmlichen Schutzwesten sollen künftig auch längere Modelle mit Halskrause, Schulterschutz und zusätzlichen ballistische Platten zum Einsatz kommen. "Dann sind unsere Leute sogar gegen Kalaschnikow-Beschuss sicher", so Andrä.

Hat die Münchner Polizei bald ihr eigenes WhatsApp?

Gerüchte, die sich in jenen Stunden in Windeseile über die sozialen Medien verbreiteten, hatten an mehreren Orten in der Stadt zu Panik geführt. Für Andrä ist die schnelle Verbreitung von Informationen "Fluch und Segen zugleich". "Wir können über Facebook und Twitter gezielt Informationen steuern, aber es wird auch Vieles durch Dritte ungeprüft weitergegeben."

Nachdem Informationen aus den sozialen Netzwerken aber auch für die Polizisten hilfreich sein könnten, werde ein polizeiinterner Einsatz geprüft. Zwar nicht mit Blick auf herkömmliche Dienste, betonte Andrä. "Wir denken hingegen tatsächlich darüber nach, einen eigenen Messenger-Dienst für die Polizei zu testen."

 

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