Neue Studie vorgestellt Planer erklären, wo Hochhäuser in München entstehen könnten

Blick auf die Münchner Altstadt: Hier kann kaum noch in die Höhe gebaut werden. (Archivbild) Foto: Sigi Müller

Grundstücke in München sind teuer – extrem teuer. Eine Alternative: Einfach in die Höhe bauen. Doch das war viele Jahre lang tabu, aus Sorge um das historische Stadtbild. Nun bringt eine Hochhausstudie Bewegung in die Debatte.

 

München - Sollen in München neue Hochhäuser gebaut werden? Diese Frage sorgt seit Jahren für heftige Debatten. Seit einem Bürgerentscheid im Jahr 2004 gab es keine Bauten mehr, die höher als 100 Meter waren. Das könnte sich nun ändern. "Als kleine Residenzstadt angelegt, wird sich München weiter verändern müssen, um für die zunehmende Zahl an Einwohnern genügend Wohn- und Arbeitsraum zur Verfügung stellen zu können", heißt es im Entwurf einer Hochhausstudie, der am Mittwoch im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung vorgestellt wurde.

Hochhausstudie im Herbst abgeschlossen

Gleichzeitig beschloss das Gremium, die Münchner an der Diskussion zu beteiligen. Auch Verbände und Fachleute sollen gehört werden. Die Erkenntnisse fließen in die Studie ein, die im Herbst abgeschlossen und erneut dem Stadtrat präsentiert werden soll.

"München ist keine Hochhausstadt wie Sao Paulo oder Manhattan. Es gibt weder eine Downtown, noch eine alles beherrschende Hochhaussilhouette wie in Frankfurt", schreiben die Fachleute. "Und doch sind Hochhäuser bereits heute ein wichtiger Bestandteil des Stadtkörpers und des Stadtbildes." Für den geförderten Wohnungsbau eignen sich diese Bauten laut Gutachten aber weniger. Sie seien in der Realisierung und im Unterhalt meist aufwendiger und teurer.

100-Meter-Grenze ist rechtlich nicht mehr bindend

Die Planer rieten dazu, die Bauten in die Umgebung einzupassen und einen hohen Anspruch auch an die architektonische Qualität zu stellen. Als Standorte für besonders hohe Gebäude über 80 Metern schlugen sie unter anderem gewerblich geprägte Flächen im Norden und Osten sowie entlang der Bahngleise westlich des Zentrums vor. Zudem sei ein strukturierter, mehrstufiger Planungsprozess empfehlenswert.

Richtmaß war Jahrhunderte die Frauenkirche im Zentrum mit 99 Metern. Kein Bauwerk sollte sie überragen. Das hat sich geändert. Seit 2004 steht ein 146 Meter hohes Gebäude am Georg-Brauchle-Ring. Auch die Highlight Towers von Helmut Jahn mit Höhen von 126 und 113 Metern wurden fertig. Aus Sorge um das historische Stadtbild gab es deshalb 2004 einen Bürgerentscheid. Er verpflichtete die Stadt, die 100 Meter nicht zu überschreiten. Diese Begrenzung sei zwar rechtlich nicht mehr bindend, scheine aber fixiert zu sein, notierten die Gutachter.

 

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