Neue Studie Immer mehr Lehrer leiden an Burnout

Hartes Pflaster: Immer mehr Lehrer leiden an der Schule. Foto: dpa

Erschöpfung, schlechter Schlaf, Dauerstress: Eine neue Studie benennt die Probleme, unter denen Pädagogen zunehmend leiden.

München -
Mangelndes Prestige, Mobbing und Überstunden: Immer mehr Lehrer leiden deshalb an psychischen Krankheiten – und darunter leiden am Ende auch die Schüler. Der „Aktionsrat Bildung“ fordert jetzt: Bundesländer und Schulen müssen ihren Pädagogen helfen. Gestern stellte der Aktionsrat in München die Studie „Psychische Belastungen und Burnout beim Bildungspersonal“ vor.

„Die Belastungen haben deutlich zugenommen“, sagte dazu der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Klaus Wenzel. Erziehungsaufgaben würden immer mehr auf die Schule abgewälzt. Die Folge: Burnout-Symptome wie chronische emotionale Erschöpfung, Schlafstörungen und eine Unfähigkeit, abschalten zu können. Das alles könne zu Fehlzeiten und Frühpensionierungen führen.

Der Aktionsrat drängt darauf, bereits mit Studienanfängern Gespräche zu führen und angehende Lehramts-Bewerber über die beruflichen Anforderungen zu informieren. Unablässig sei zudem eine Reform des Staatsexamens: Dazu müssten Unterrichtspraktika und Lehrassistenzen schon am Anfang des Studiums gehören.

Nach dem Studium müsse man Lehrer weiterhin besonders begleiten – mit Serviceeinrichtungen für Gesundheitsmanagement, an die sich Betroffene und Bildungseinrichtungen wenden können. Ein weiterer Risikofaktor für Seelenleiden sei das Einzelkämpfertum im Lehrberuf. Dagegen brauche es eine ausgeprägte Feedback-Kultur zur sozialen Unterstützung und Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa im Stressmanagement.

Der BLLV begrüßte den Vorstoß. „Die Staatsregierung ist in Sachen Lehrergesundheit bis heute weitgehend untätig geblieben“, kritisierte Präsident Wenzel. Vor allem Schulleiter treffe dieses Versäumnis hart: Sie müssten bei Krankheitsfällen improvisieren. Der Unterricht sei dann kaum aufrechtzuerhalten, da die Lehrerversorgung zu knapp sei.

 
 

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