Neue Nummer eins "Unglaublich stolz": Murray siegt in Paris

Im traditionsbeladenen britischen Tennis galt Andy Murray seit dem Beginn seiner Karriere im Frühjahr 2005 - damals war er gerade 18 Jahre alt - als Heilsbringer. Und er lieferte - wenn auch mit Verzögerung. Foto: dpa

Nach fast zwölf Jahren auf der ATP-Tour hat Andy Murray es an die Spitze der Weltrangliste geschafft. Die Nummer eins ist für den Schotten der Lohn für harte Arbeit, die er trotz vieler Rückschläge niemals aufgab.

 

Paris - Andy Murray hat einen Tag nach dem Sprung auf Platz eins der Tennis-Weltrangliste das ATP-Masters in Paris gewonnen.

Der zweimalige Wimbledonsieger aus Schottland schlug den Amerikaner John Isner im Finale 6:3, 6:7 (4:7), 6:4. Murray (29) verdrängt am Montag den Serben Novak Djokovic nach 122 Wochen von der Spitze des Rankings. Nachdem der gleichaltrige Djokovic im Viertelfinale gescheitert war, reichte Murray bereits der Einzug ins Endspiel, um den bisherigen Branchenführer abzulösen.

Der Brite steht erstmals in seiner Karriere ganz oben. Wer als Weltranglistenerster ins Jahr 2017 geht, entscheidet sich allerdings erst beim ATP-Saisonfinale vom 13. bis 20. November in London. Gegen Isner (31) nutzte Murray nach 2:18 Stunden seinen ersten Matchball. Es war sein 43. Turniersieg.

"Die Nummer eins ist nicht das Ergebnis des heutigen Tages", hatte die neue Nummer eins am Samstag erklärt: "Es ist das Ergebnis der letzten zwölf Monate, die letzten davon waren die besten meiner Karriere."

Murray steht als 26. Spieler und als erster Brite in der Geschichte der Rangliste auf Position eins. Erstmals wurde ein Ranking am 23. August 1973 veröffentlicht, ganz oben stand damals der Rumäne Ilie Nastase. Einzige deutsche Nummer eins war 1991 der dreimalige Wimbledonsieger Boris Becker.

"Wir haben einen neuen König in der Stadt. Gratulation, Sir Andy Murray", twitterte Roger Federer. Der Schweizer war insgesamt 302 Wochen lang die Nummer eins der Weltrangliste, Andy Murray geht am Montag in seine erste Woche an der Spitze der Tenniswelt.

"Ich bin sehr, sehr stolz, unglaublich stolz", sagte der Schotte. "Es ist etwas, wovon ich seit meiner Kindheit geträumt habe, und ich hätte nie gedacht, dass ich es wirklich mal schaffen könnte."

 

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