Neue Hinweise dank "Aktenzeichen XY" Lars Mittank - Verschwunden im Bulgarien-Urlaub

Sandra Mittank zeigt ein Bild ihres Sohnes Lars. Sie hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Ein Bild der Überwachungskamera am Flughafen: Lars Mittank flieht panisch aus der Halle. Foto: dpa

Seit fast einem Jahr fehlt von dem 28-jährigen Lars Mittank jede Spur. Eine Spezialausgabe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ hat nun den Fall gezeigt. Seitdem sind 75 Hinweise eingegangen.

München - Ich habe es zum Flughafen geschafft “ – das sind die letzten Worte, die Sandra Mittank von ihrem Sohn Lars gehört hat.

Es ist ein knappes Jahr her, dass der damals 28-Jährige seine Mutter per Handy aus Bulgarien angerufen hatte.

Am 8. Juli 2014 wollte er zurück nach Deutschland fliegen. Doch er stieg in keine Maschine. Kurz vor dem Start rannte er in Panik ohne Handy und Gepäck aus dem Flughafengebäude, kletterte über einen zweieinhalb Meter hohen Zaun mit Stacheldraht und verschwand in einem dicht bewachsenen Gelände. Seitdem ist Lars Mittank weg.

Seine Freunde fliegen ohne ihn nach Deutschland zurück

„Wie vom Erdboden verschluckt“, sagt sein Mutter Sandra. Damals begann ihre verzweifelte Suche, auch über Facebook. Doch was im Juli 2014 geschah, ist heute immer noch ein Rätsel.

Die Vorgeschichte: Die Faktenlage ist dünn und mysteriös. Lars Mittank war am 30. Juni mit ehemaligen Schulfreunden nach Bulgarien geflogen. Eine Woche Männerurlaub am Goldstrand von Varna wollten die fünf machen. Kurz vor Urlaubsende wurde der 28-Jährige in eine Schlägerei verwickelt und am Ohr verletzt. Er konnte nicht mehr richtig hören.

Ein Arzt diagnostizierte einen Trommelfellriss und riet ihm, den Rückflug zu verschieben. Seine Freunde flogen aus diesem Grund ohne ihn zurück nach Deutschland, während Lars Mittank in ein Krankenhaus ging. Dort bekam er ein Medikament und suchte sich außerhalb des Stadtzentrums ein billiges Zimmer in einem einfachen Hotel.

Das Verschwinden: Offensichtlich hatte Lars Mittank Angst, denn mitten in der Nacht rief er seine Mutter an. „Lars sagte, mit dem Hotel stimme etwas nicht. Dann unterbrach er die Verbindung ohne weitere Erklärung“, erinnert sich Sandra Mittank. Kurz darauf ein zweiter Anruf: Er habe sich außerhalb des Hotels ein Versteck gesucht, sagte er seiner Mutter. Wieder unterbrach er die Verbindung ohne weitere Erklärungen. Gegen sechs Uhr morgens dann die dritte Nachricht: „Lars sagte, er habe es bis zum Flughafen geschafft.“

Lars Mittank läuft panisch vom Flughafen und verschwindet

Was danach passierte, haben zum großen Teil Überwachungskameras aufgezeichnet. Lars Mittank schlenderte ziellos durch den Check-in-Bereich, rief seine Mutter ein letztes Mal an und betrat gegen 9.30 Uhr das Behandlungszimmer des Flughafenarztes.

Als ein Mann in Uniform eine halbe Stunde später ebenfalls das Behandlungszimmer betrat, rannte Lars panisch nach draußen. Mobiltelefon und Gepäck ließ er zurück. Er überquerte einen Parkplatz, kletterte über einen Zaun und verschwand in einem Feld mit Sonnenblumen.

Sandra Mittank hat die Hoffnung nicht aufgegeben, ihren Sohn von der Vermisstenliste streichen und einmal wieder in die Arme schließen zu können. „Vielleicht hat er eine Psychose und irrt verwirrt durch Bulgarien“, sagt die 52-Jährige.

75 Hinweise nach der Sendung: Nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst Spezial – Wo ist mein Kind?“ am Mittwochabend sind mehr als 75 Hinweise zum Fall eingegangen, wie ein Polizeisprecher gestern sagte. Eine abschließende Bewertung der Hinweise stehe aber noch aus. Einer Sprecherin der Sendung zufolge haben sich unter anderem Ärzte gemeldet und Angaben zu einem Medikament gemacht, das der am 8. Juli 2014 in Bulgarien verschwundene Mann genommen hatte.

 

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