Neue Details von der Polizei München: Sparkasse überfallen - Räuber wohnte in der Nähe

Der mutmaßliche Sparkassen-Räuber konnte von der Münchner Polizei festgenommen werden. Foto: Bernd Wackerbauer/Polizei München

Nach dem Überfall auf die Stadtsparkasse am Montag hat die Polizei den mutmaßlichen Täter noch am selben Abend festgenommen. Der Mann ist laut Polizei "dringend tatverdächtig".

 

Haidhausen - Nach der Festnahme eines Mannes, der am Montag die Stadtsparkasse in der Rosenheimer Straße ausgeraubt haben soll, ermittelt die Polizei jetzt weiter zu den Hintergründen. Der Mann ist nach Angaben eines Polizeisprechers vom Dienstagmorgen "dringend tatverdächtig".

Jetzt gibt es neue Informationen zum mutmaßlichen Bankräuber: Demnach konnte die Polizei den Verdächtigen am Montagabend vor seiner Wohnung in Haidhausen fassen. Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten große Teile der Tatbeute sowie diverse andere Beweismittel. Der Mann wird nun dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der über die Haftfrage entscheidet.

Banküberfall mitten in München

Am Montagvormittag war die Stadtsparkasse in der Rosenheimer Straße ausgeraubt worden. Der Täter erbeutete dabei 2.000 Euro. Nach dem Überfall konnte der Mann flüchten, die sofort eingeleitete Fahndung der Polizei war erfolglos.

Kurz danach leitete die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung ein, wodurch es zu vielen Hinweisen aus der Bevölkerung kam, die letztendlich zum Verdächtigen führten. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen 59 Jahre alten arbeitslosen Münchner, der strafrechtlich bislang ein völlig unbeschriebenes Blatt war.

So lief der Überfall in der Sparkasse ab

Die Polizei schilderte am Montag den Vorfall folgendermaßen: Die junge Mitarbeiterin (24) der Sparkassen-Filiale am Rosenheimer Platz wunderte sich, warum der etwa zwei Meter große Mann im roten Shirt nichts sagte, obwohl er an der Reihe war. In der einen Hand hielt er eine Plastiktüte, in der anderen einen Zettel. Es war kurz nach 12 Uhr, als die junge Frau fragte, was sie denn für den Kunden tun könne.

Der Mann mit Brille, auffälligem Bart und Halbglatze schwieg weiter und schob in aller Ruhe den Zettel zur Mitarbeiterin hinüber. Danach versteckte er seine freigewordene Hand in der Plastiktüte. Wahrscheinlich wollte er damit andeuten, dass er darin eine Waffe trug. Ob er wirklich bewaffnet war, ist bislang noch unklar. Zumindest bei der Wohnungsdurchsuchung konnten sie keine Waffe finden.

Auch, was wörtlich auf dem Zettel stand, ist derzeit unbekannt. Der jungen Frau zufolge war es die Information, dass dies ein Überfall sei und er Geld haben wolle. Kurz sprach der Räuber dann doch mit der Filialmitarbeiterin, sodass sie feststellen konnte, dass er akzentfrei Deutsch konnte.

Die Frau fühlte sich bedroht, öffnete nun die Tageskasse, nahm insgesamt 2.000 Euro heraus und schob sie dem Räuber hin. Das reichte offenbar. Der große Mann im roten Shirt packte das Geld eilig in die Tüte und verschwand in unbekannte Richtung, während die Überwachungskameras den ganzen Vorgang filmten. Am Montagabend war er weiterhin auf der Flucht. Die meisten Kunden, die sich zu der Zeit in der Bankfiliale aufhielten, bemerkten gar nichts von dem Überfall.

Nach Öffentlichkeitsfahndung - Täter wird festgenommen

"Es dauerte alles nur wenige Minuten, vielleicht sogar weniger als eine Minute", sagte ein Sprecher der Polizei, die nach der Tat stichpunktartige Kontrollen durchführte und mit einem Großaufgebot in ganz München fahndete. Ein Helikopter war am Montagnachmittag im Dauereinsatz. Schon wenige Minuten nach dem Überfall hatte die Polizei die Fahndung eingeleitet, noch bevor die ersten Beamten am Tatort ankamen. Am späten Nachmittag entschied die Staatsanwaltschaft, das Lichtbild des Tatverdächtigen zu veröffentlichen, und erhöhte den Fahndungsdruck dadurch massiv.

Wie die Polizei München über Twitter mitteilte, konnte der Täter noch am Abend identifiziert und festgenommen werden.

Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zur Öffentlichkeitsfahndung: Zweierlei Maß

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