Neue CD mit Musikern des Bayerischen Staatsorchesters Ein Füllhorn voller Elegie

Die Hornisten der Bayerischen Staatsoper bei der Plattenaufnahme im Künstlerhaus. Foto: Myrzik und Jarisch

Die originelle CD „Fan Faire“ der  Munich Opera Horns aus Mitgliedern des Bayerischen Staatsorchesters

 

Auf dem Podium und im Graben eines Opernhauses wirken sie in der Regel wie ein Mann – mit einem wachsenden Prozentsatz an Damen natürlich. Jedes Orchester ist aber zugleich auch eine Versammlung hochqualifizierter Solisten, die bei Bedarf und zum eigenen Pläsier Streichquartette und diverse andere Kammermusikformationen bilden können.

Eine spezielle Gruppe geht nun in und außerhalb des Nationaltheaters auf Extratour: die Hornisten des Bayerischen Staatsorchesters um Johannes Dengler. Zwei von ihnen, Franz Draxinger und Wolfram Sirotek, nahmen vor Kurzem mit der Hofkapelle München das Erste Brandenburgische Konzert auf – ein lange nachhallender, starker Auftritt (Sony). Mit ihren übrigen Kollegen und zwei Kolleginnen haben sie nun als „Munich Opera Horns“ eine originelle Platte mit Musik von Giovanni Gabrieli bis Miroslav Srnka herausgebracht.

Typische Hornmusik mit schmetternden Signalen im Quintabstand ist nicht darunter. Die Spezialität des Nonetts ist eher der elegische, leicht verhangene Gesang, der überraschenderweise Choräle von Johann Sebastian Bach mit einer „Lohengrin“-Fantasie frei nach Richard Wagner mühelos zusammenbringt. Erstaunlich diskret und ohne vordergründige Effekthascherei spielen sie auch die Musik, von der man das am allerwenigsten erwarten würde: den Triumphmarsch und die auch in dieser Besetzeung ausgesprochen farbig klingende Ballettmusik aus Giuseppe Verdis „Aida“.
Originale Werke für Horn-Ensemble gibt’s natürlich kaum: Das Meiste hat Franz Kanefzky, ein Horn-Kollege aus dem Münchner Rundfunkorchester, arrangiert. Ein neues Werk ist auch auf der CD zu hören: Die „Fan Faire“ des jungen tschechischen Komponisten Miroslav Srnka, die sich originell vom Flüstern und Rauschen zu Anklängen an typische Fanfaren steigert.

Ein paar kleine Noten in den Bach-Chorälen wären mit noch etwa mehr Ruhe vorstellbar. Dafür entschädigt am Ende die Bearbeitung eines melancholischen Tangos von Astor Piazzolla.
Schon erstaunlich, was alles an Farben in einem Horn und welch kreatives Potenzial in diesem Orchester werkelt. Ein wahres Füllhorn, diese CD.

Munich Opera Horns: „Fan Faire“ (Farao Classics)

 

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