Neue AZ-Serie Tipps vom Experten: So bleiben Sie währen der Corona-Zeit gesund

"Um die Ernährung sollte man sich wirklich kümmern": Das ist einer von mehreren Wegen hin zu mehr Abwehrkräften und Gesundheit. Foto: Imago

Die innere Abwehr stärken, die Immunkraft quasi im Handumdrehen steigern – und sich vor Infektionen schützen: Zum Auftakt der neuen AZ-Serie gibt der Arzt Dr. Ruediger Dahlke zahlreiche Tipps zum Thema: Gesund bleiben!

 

München - Die unausweichlichen Berichterstattungen über die weltweite Corona-Pandemie verunsichern derzeit viele Menschen und schüren Ängste. Ein unsichtbares Virus hält die Welt in Atem und scheint sich in Windeseile via Tröpfcheninfektion zu verbreiten.

Und doch: Das Coronavirus bedeutet weder das Ende der Welt noch eine niemals zu bewältigende Gefahr für Leib und Leben. Vielmehr könnten die jüngsten Ereignisse um diesen unsichtbaren Feind als Aufforderung verstanden werden, diese globale Krise als Chance zu erkennen.

Durch eine zunehmende Bewusstheit und die Verantwortung, die damit einhergeht, kann jeder für sich und die Umwelt das Beste daraus machen. Alle sind nun – und eigentlich nicht erst jetzt – aufgerufen, eigenverantwortlich die eigene Gesundheit zu fördern und Sorge für die Stärkung des (nicht nur) körperlichen Abwehrsystems zu tragen

"Schon nach einer Stunde im Wald ist das Blutbild verbessert"

Schlechten Gewohnheiten und gesundheitsschädlichen Einflüssen den Rücken zu kehren, könnte ein Anfang sein. Wie man in Zeiten der Krise gelassen bleibt und wie man mit altbewährten Heilmitteln das Immunsystem stärkt, darüber sprach die AZ mit dem renommierten Arzt und Psychotherapeuten Dr. Ruediger Dahlke.

AZ: Herr Dahlke, wie können wir die Immunkraft stärken, um uns vor Viren zu schützen?
RUEDIGER DAHLKE: Erstmal sollte man sich fragen, was ein Virus macht. Ein Virus ist nämlich einfach nur ein Stück DNA ohne Funktion. Dieses muss sich in eine Zelle einschmuggeln, damit die Zelle nach seinem Muster Viren produziert. Und die Zellen des Abwehrsystems, die etwas dagegen machen können, sind die sogenannten natürlichen Killerzellen. Und gerade diese regt man auf dramatische Weise an bei ausgedehnten Waldspaziergängen – dem sogenannten Waldbaden! In der japanischen Universität Nagano gibt es eine eigene Fakultät zum Thema Waldbaden. Studien belegen, dass jeder Aufenthalt im Wald die Zahl natürlicher Killerzellen unseres Immunsystems erhöht. Schon nach einer Stunde ist das Blutbild deutlich verbessert; ein Tag im Wald wirkt bereits eine Woche und drei Tage einen Monat nach. Das wurde wissenschaftlich gemessen und belegt.

"Vor allem pflanzliche Ernährung ist für mich ein Allheilmittel"

Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Stärkung der Abwehr?
Eine nicht zu unterschätzende Rolle! Vor allem das Weglassen von Nahrung. Der einfachste Einstieg wäre hier das Kurzzeitfasten. Wobei man erst einmal das Frühstück weglässt und seine erste Mahlzeit auf die Mittagszeit verlegt. Das kann man langsam steigern – bis man zum klassischen Intervallfasten kommt. Hierbei wird die Nahrungsaufnahme auf lediglich acht Stunden täglich beschränkt, die restlichen 16 Stunden wird gefastet.

Was bringt das?
Untersuchungen von Professor Andreas Michalsen vom Imma nuel-Krankenhaus der Charité Berlin haben ergeben, das Fasten den sogenannten CRP-Wert senkt. Das ist der Entzündungs-Marker des Organismus. Das heißt, Fasten reduziert die Bereitschaft des Körpers, entzündlich zu reagieren und steigert die Abwehrkraft. Und der Biologie Professor Valter Longo konnte belegen, wie sich bereits nach vier Fastentagen das Immunsystem um bis zu 40 Prozent regeneriert hat. Für unser Immunsystem ist das Fasten ohne Zweifel ein veritabler Jungbrunnen, wie man ihn sich nicht besser vorstellen kann.

Welche Rolle spielt die Art der Ernährung bei der Stärkung der Immunkraft?
Vor allem die pflanzliche Ernährung ist meiner Erfahrung nach quasi ein Allheilmittel und durch unzählige Studien belegt worden (zum Beispiel "China Study" von 2004, d. Red.). Um die Ernährung also sollte man sich wirklich kümmern. Man sollte sich einfach einmal bewusstmachen, dass der bei weitem überwiegende Teil der von uns mit der heutigen Nahrung aufgenommenen Gifte aus Tierprotein stammt! Grundsätzlich aber sollten wir alles Giftige, Gefährliche und Schädliche weglassen, wenn uns wirklich an einem vitalen Immunsystem liegt. Dazu gehören auch industriell gefertigte Lebensmittel.

"Heilkraft geben Ginseng, Ingwer und Kurukuma"

Was also dann?
Stattdessen ist es ratsam, vermehrt auf saisonales Gemüse und frisches Obst und Pflanzenkost zurückzugreifen. Die aktuelle Krisensituation ist die Chance schlechthin, über eine vollwertige, pflanzliche Nahrung, Risikofaktoren wie Diabetes Typ II, das Metabolische Syndrom und Bluthochdruck loszuwerden. Und dabei sollten alle Ärzte, aber auch die Medien es als Pflicht ansehen, umfassend zu informieren, um die Bevölkerung und insbesondere den Risikopatienten zu helfen.

Welche Naturheilpflanzen helfen nachweislich bei der Immunstärkung? 
Zum einen die abwehrsteigernden und heilkräftigen Wurzeln und Gewürze wie etwa: Ginseng, Ingwer und Kurkuma. Sehr effektiv sind auch Cayennepfeffer, Süßholzwurzel und Schwarzkümmel. Überaus schmackhaft und natürlich auch abwehrsteigernd sind viele Beeren aus dem Heilgarten der Natur.

Geben Sie uns ein paar Beispiele, bitte.
Zu den besten heilwirksamen Beeren gehören Heidelbeere, Aronia, Cranberry, Goji und die Açaí-Beere. Sie alle enthalten in hochkonzentrierter Form natürliches Vitamin C sowie Antioxidantien, Polyphenole, Bioflavinoide und auch das entzündungshemmende Zink.

Was halten Sie von Nahrungsergänzungsmitteln zur Abwehrsteigerung?
Nahrungsergänzungsmittel können eine vollwertige, pflanzliche Ernährung gut unterstützen. Vor allem Vitamin C als Erkältungsprophylaxe oder das Spurenelement Zink, das bekannt ist als hervorragender Entzündungshemmer. Die regelmäßige Einnahme des Sonnenhormons Vitamin D und das aus Traubenkernen gewonnene OPC haben nachgewiesenermaßen einen positiven Effekt auf das Abwehrsystem.

"Ängste unterdrücken das Immunsystem und schaden enorm"

Welche Faktoren wirken sich ungünstig auf das Immunsystem aus?
An erster Stelle stehen das Thema Angst und die negativen Auswirkungen auf die Immunabwehr. Ängste unterdrücken das Immunsystem nachweislich und schaden enorm. Womit wir zu einem brisanten Thema kommen: Die von offiziellen Organen der Gesundheitsvorsorge und Politik regelmäßig ausgerufenen Pandemien – von der Vogel- über die Schweine- nun zur Fledermaus-Grippe, in diesem Fall Corona oder Covid-19 genannt – dienen, ob gewollt oder nicht, als potenteste Panik-Macher. Panik ist akuteste Angst, und Angst verursacht eine Unterdrückung der Abwehrkräfte. Weitere Faktoren, die letztendlich eine Virusinfektion begünstigen, sind: Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes Typ II und natürlich das Rauchen. Übermäßiger Alkoholgenuss, Bewegungsmangel, soziale Isolation und Negativ-Stress wirken ebenfalls schwächend auf die körpereigene Abwehr. 

Gibt es erprobte Methoden, um aufkommende Ängste und die allgemeine Verunsicherung in den Griff zu bekommen?
Ich empfehle meinen Patienten, ein Abkommen mit der Angst zu schließen. Dabei geht es darum, die Angst – zu einer vorher vereinbarten Uhrzeit – einzuladen, um sich eine halbe Stunde mit ihr auseinanderzusetzen. Sollte die Angst sich vor der vereinbarten Zeit melden, kann man sie höflich bitten, sich an die abgemachte Uhrzeit zu halten. Meistens taucht die Angst dann zur vereinbarten Zeit gar nicht mehr auf. Das wäre eine von mir erfolgreich angewandte Methode. Auch die von Jon Kabat-Zinn populär gemachte Achtsamkeits- oder Mindfulness-Meditation kann hilfreich sein. Es gibt wissenschaftliche Belege nicht nur bezüglich ihrer allgemein gesundheitsfördernden Wirkung, sondern auch im Hinblick speziell auf eine spürbare Abwehrverbesserung.


Ruediger Dahlkes Buch "Schutz vor Infektionen, Immunkraft stärken – natürlich nachhaltig" erscheint am 6. April im Terzium-Verlag.

Lesen Sie hier: "Polizisten müssen näher ran"

 

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