Neue Ancelotti-Biografie Carlo Corleone: So tickt Bayerns neuer Trainer

Carlo Ancelotti übernimmt ab 1. Juli das Traineramt beim FC Bayern München. An diesem Freitag erscheint sein neues Buch. Foto: dpa/AZ

Der neue Bayern-Trainer Ancelotti will seine erste Pressekonferenz auf Deutsch halten. "Ich lerne jeden Tag." Wie der Italiener tickt, warum er den "Paten" so sehr schätzt: Die AZ hat seine Biografie gelesen.

 

München - Zwei Titel gewinnen, wie Pep Guardiola in seiner letzten Bayern-Saison? Das reicht Carlo Ancelotti nicht. Der künftige Trainer des FC Bayern will den Double-Erfolg bereits in der kommenden Saison übertrumpfen und das Triple gewinnen. "Bayern hat eine super Saison gespielt. Aber natürlich geht es immer darum, es in der kommenden Saison noch besser zu machen", sagte der Italiener Sky Sport News HD: "Ich habe jede Menge Arbeit vor mir. Ich muss schließlich versuchen, die tolle abgelaufene Saison noch zu toppen."

Anders als Guardiola will Ancelotti bei seiner neuen Mannschaft „nicht zu viel ändern, denn das Team ist einfach fantastisch. Ich bin sehr glücklich über den Kader.“ Eine Parallele zum scheidenden Coach gibt es dann aber doch: Das Bestreben, die Landessprache seines künftigen Arbeitgebers zu beherrschen: "Ich lerne jeden Tag Deutsch und werde meine erste Pressekonferenz auf Deutsch halten", kündigte Ancelotti an.

Wie tickt dieser Erfolgstrainer? Was sind seine Vorbilder? Was sagen seine Spieler über ihn? Die AZ hat sich Ancelottis neue Biografie "Quiet Leadership – Wie man Menschen und Spiele gewinnt" (Knaus-Verlag, ab Freitag im Handel, 19,99 Euro) angeschaut.

Das sind die besten Passagen aus dem Buch

Carlo Ancelotti über seinen Führungsstil: "Wer ruhig und überlegt handelt, Vertrauen aufbaut und besonnen Entscheidungen trifft, seinen Einfluss und seine Überzeugungskraft einsetzt und eine Aufgabe professionell angeht, der verströmt Macht und Autorität. Schauen Sie sich Vito Corleone in ,Der Pate’ an: Sehen Sie einen schwachen, in sich gekehrten Mann, oder sehen Sie einen ruhigen, mächtigen Mann, der die Dinge unter Kontrolle hat? Ich glaube, dass eine Führungskraft nicht herumbrüllen oder mit eiserner Faust regieren muss, um ihre Autorität zu behaupten. Es ist wirkungsvoller, Macht und Einfluss indirekt auszuüben. Es sollte sonnenklar sein, wer das Sagen hat – aber diese Einsicht muss das Ergebnis von Respekt und Vertrauen sein und nicht von Angst."

Ancelotti über Vito Corleone, den Mafia-Boss: "Vito Corleone ist eine Führungspersönlichkeit, an der man sich orientieren kann, weil er von allen respektiert wird – von der Familie, den Freunden, den Leuten, die mit ihm zusammenarbeiten, und sogar von seinen Feinden."

Ancelotti über den FC Bayern: "Bei Bayern ist ein Wissen über das Spiel versammelt, das weltweit einmalig ist. Alle Leute dort haben auf jeder Ebene Großartiges geleistet – als Spieler, Trainer, Manager."

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Ancelotti über Pep Guardiolas sportliches Erbe: "Die Identität der Bayern ist momentan eng an Guardiolas Stil ausgerichtet: Spielkontrolle durch Ballbesitz. Ich persönlich bin nicht so darauf fixiert, aber ich muss darauf achten, eine erfolgreiche Struktur und Spielweise nicht zu destabilisieren."

Ancelotti über englische Spieler: "Ihre professionelle Einstellung ist über alle Zweifel erhaben. Wenn ich in den Krieg ziehen müsste, würde ich mit den Engländern ziehen, nicht mit den Italienern oder den Franzosen."

Cristiano Ronaldo über Ancelotti: "Carlo bringt selbst die besten Spieler weiter, weil er sie ständig motiviert, für ihn zu arbeiten. Er behandelt jeden als Ebenbürtigen. Er weist nie jemanden ab, nur weil er oder sie nicht mit ihm auf einer Stufe steht; und er hört immer zu. Ich hoffe, eines Tages wieder mit ihm zu arbeiten."

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Ex-Bayernprofi Toni Kroos über Ancelotti: "Nachdem Carlo Real verlassen hat, habe ich niemanden schlecht über ihn reden hören – was im Fußball wirklich total ungewöhnlich ist. Manchmal, wenn auch selten, haben wir zu unflexibel auf sich verändernde Situationen reagiert – etwa, wenn die gegnerische Mannschaft im Spiel ihren Plan änderte oder von vornherein anders spielte, als wir erwartet hätten."

 

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