Neubauprojekt in Schwabing Wohnen und Büros statt Kunstmühle

Die Gesamtansicht des Tivoli-Projekts. Fast die Hälfte der 30 Eigentumswohnungen im Tucherpark ist bereits verkauft. Foto: HOCHTIEF Solutions HTP

Im Tucherpark entsteht ein Immobilien-Ensemble aus dem Bürohaus Tivoli Office und dem Terrassengebäude Tivoli Garden mit 30 Eigentumswohnungen.

 

Schwabing - Die Gebäude werden auf dem gut 9000 Quadratmeter großen Grundstück im rechten Winkel zu einander angeordnet. Unter der Anlage werden Lagerräume und eine gemeinsame Tiefgarage mit 121 Pkw-Stellplätzen eingerichtet.

Das Tivoli-Ensemble befindet sich mitten auf dem Gelände des Tucherparks – hier stand eineinhalb Jahrhunderte lang die Tivoli-Kunstmühle. Die einfache Getreidemühle aus dem Jahr 1808 erhielt 1837 die Auszeichnung „Kunstmühle“, weil sie mit für damalige Verhältnisse besonders moderner Technik, nämlich sogenannten Walzenstühlen, arbeitete. Erst 1969 wurde die Mühle stillgelegt und abgerissen.

Im selben Jahr begann die damalige Bayerische Vereinsbank (heute Hypovereinsbank) mit dem Bau ihrer neuen Unternehmenszentrale. Der Park trägt den Namen des langjährigen (1958 bis 1968) Vorstandssprechers der Bayerischen Vereinsbank, Hans Christoph Freiherr von Tucher.

Die Anlage bestand zunächst aus mehreren Gebäuden nach Entwürfen des Architekten Sep Ruf. Sie zeigen eine einheitliche Architektursprache. Zwei später errichtete Gebäude anderer Architekten ordneten sich in das Konzept des Tucherparks ein.

Das Areal steht heute unter Ensembleschutz. Lediglich die 1973 als pagodenartiges Terrassengebäude für die Landeszentralbank gestaltete EDV-Zentrale durfte jetzt weichen – mit großen Gebäudetiefen ohne Lichtzufuhr und undurchdringlichen Panzerschränken taugte es für keine alternative Nutzung.

Es hat Platz gemacht für Tivoli Office und Tivoli Garden. In der Anordnung und Gestaltung des Tivoli- Ensembles finden sich künftig die vorhandenen und geschützten Gestaltungselemente der Tucherpark-Architektur wieder. Dazu zählen die geschosstrennenden Gesimsbänder, die sich rund um das Wohnhaus als umlaufende Balkone fortsetzen.

Und das zeigt sich auch in der Fassadengestaltung der Tivoli-Gebäude – sie werden vom Gegensatz aus hellem Naturstein und etagenhohen Glaselementen geprägt. In dem städtebaulich sensiblen Bereich zwischen Isar, Eisbach und Englischem Garten ist keine weitere Bebauung zulässig.

Der Neubau von Tivoli Garden und Tivoli Office auf dem Fundament eines der ehemaligen Verwaltungsgebäude ist damit ein Unikat unter den neuen Münchener Bürogebäuden.

Der siebengeschossige Terrassenbau wird nach Süden zum Eisbach und zum Englischen Garten hin ausgerichtet. Im rechten Winkel mit dem Tivoli Office liegt ein ruhiger Gartenhof mit einem Kinderspielbereich. Weitläufige Grünflächen umgeben das Haus und gehen direkt in den Englischen Garten über. Der Eisbach schließt das Grundstück in südöstlicher Richtung ab.

 

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