Neu in München Billiges MVV-Ticket für Studenten

Die Jurastudentin Elisabeth Rabe (26) ist die erste Studentin, die in München ein Semesterticket kaufte. Foto: Mike Schmalz

In München gibt es jetzt das Semesterticket. Sieben Hochschulen machen dabei mit
München -
  20 Jahre hat es gedauert, viele Umfragen wurden dafür gemacht und viel Wirbel wurde in endlosen Sitzungen ausgelöst: Doch jetzt bekommen die Münchner Studenten endlich ein vergünstigtes Semesterticket. Erstmal für zwei Jahre auf Probe.

Rund 110000 Studenten können das neue Angebot nutzen. Doch nicht alle Hochschulen sind daran beteiligt. Es machen mit: LMU, TU, Hochschule München, Katholische Stiftungsfachochschule, Hochschule für Musik und Theater, Hochschule für Angewandte Sprachen, Akademie der Bildenden Künste. Mit anderen Hochschulen wird noch gesprochen. Die können jeweils zum Semesterstart mitmachen.

Und so funktioniert das Semesterticket, das im gesamten MVV-Raum gilt:

Grundsätzlich müssen alle Studenten pro Semester 59 Euro als „Solidarbeitrag“ bezahlen. Dafür bekommen sie einen Studentenausweis mit einem MVV-Logo. Damit haben sie nur eingeschränkte Fahrchancen: Sie dürfen den MVV nur Montag bis Freitag zwischen 18 Uhr und sechs Uhr morgens nutzen. Quasi als Freizeit- und Party-Karte. Samstags, sonntags und am 24. und 31. Dezember dürfen sie ebenfalls mit dem MVV rund um die Uhr kostenlos fahren.

Für das echte Semesterticket müssen die Studenten pro Semester 141 Euro bezahlen – plus 59 Euro für den Solidarbeitrag: also 200 Euro.

Die Stadt muss nach dem derzeitigen Stand drauflegen: Bis zu sechs Millionen Euro im Jahr. Die Stadt und MVV-Chef Herbert König gehen davon aus: Wenn 70 Prozent der Studenten ein Semesterticket kaufen, muss die Stadt nichts zuschießen.

Doch MVG-Chef Herbert König ist als Herr über U-Bahn, Bus und Tram in München skeptisch: „Schon heute fahren 70 Prozent der Studenten mit dem MVV.“ In der Kalkulation geht die Stadt davon aus, dass zum Start erst 45 Prozent der Studenten das Semesterticket kaufen werden. In diesem Fall nimmt die MVG rund sechs Millionen Euro weniger ein – die die Stadt bezahlen muss.

„Das ist ein tolles Ergebnis für München“, sagt der SPD-OB-Kandidat Dieter Reiter. „Nun bleibt zu hoffen, dass die Studenten das Angebot gut annehmen und aus dem Probebetrieb ein reguläres Angebot wird“, so der CSU-OB-Kandidat Josef Schmid.

 

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