Navigationsgeräte im Test Günstige Navis sind so gut wie teure

Grobe Schnitzer leistete sich kein Navigationsgerät im Test. Hier die Go-serie des niederländischen Herstellers TomTom Foto: dpa / tomtom / Montage: AZ

Die Stiftung Warentest hat Navigationsgeräte mit kostenlosen Kartenupdates unter die Lupe genommen. Fazit: Gute Navis müssen nicht teuer sein.

 

München - Das ärgert viele Autofahrer: Kaum hat man sich ein neues Navigationsgerät zugelegt, schon sind die Karten ein paar Monate später teilweise veraltet. Für Aktualisierungen musste man bislang tief in die Tasche greifen. Doch die Zeiten sind vorbei. Die neueren Navis kommen oft mit kostenlosen Kartenupdates – und das ein ganzes Geräte-Leben lang. Die Stiftung Warentest hat aktuelle Navigationsgeräte getestet. Das überraschende Ergebnis: Billige Modelle holten sich Bestnoten.

So schafften die Billig-Navis von TomTom (Start 20 M) und Garmin (Nüvi 2497 LMT) locker ein „gut“. Besser konnten es auch die teureren Modelle der Hersteller nicht. Die kosten bis zu rund 100 Euro mehr und haben hauptsächlich einen Vorteil: ein größeres Display. So messen die Bildschirmdiagonalen des Becker Ready 70 und des Garmin Nüvi 2797 satte 17,6 Zentimeter. Das sind fast schon die Abmessungen von kleineren Tablet-Computern. Alle getesteten Geräte schafften ein „gut“, nur beim Falk Neo 520 gab es ein „befriedigend“ – wegen mittelmäßigen Fahrempfehlungen.

Bei den beiden Günstig-Navis von TomTom und Garmin lobten die Tester dagegen die einfache Routenführung und die Fahrempfehlungen. Außerdem sind sie komfortabel zu bedienen – trotz ihrer kompakten Größe. Beim TomTom Start 20 gefiel die Routenführung mit den altbekannten roten Pfeilen. Dass neu nicht immer gleich besser ist, beweisen die aktuellen Modelle Go 400, 5000 und 6000. Bei ihnen ist die Routenführung nun hellblau. Ein kurzer Blick aufs Display genüge nicht mehr, um den Fahrverlauf zu erfassen, bemängelten die Tester. Dafür punkten die Modelle Go 5000 und 6000 aber mit einen Live-Dienst zur Stauumfahrung.

Günstiger wurden viele Navigationsgeräte, weil die Hersteller auf viel Schnickschnack verzichten. Becker, Falk und TomTom haben die Spracherkennung abgeschafft. Auch Freisprecheinrichtungen fürs Handy sucht man mittlerweile oft vergebens. Die Zeiten als das Navi Musik abspielen und DVB-T empfangen konnte, sind ebenfalls vorbei. Trotzdem machen die Akkus oft schon nach anderthalb Stunden schlapp. Den Stromadapter zum Zigarettenanzünder sollten Autofahrer also immer dabei haben.

Die Kartenupdates klappten im Test – es gab keine Probleme mit der Software. Doch wer nicht über eine schnelle Internetverbindung verfügt, braucht viel Geduld. Bis zu 5,5 Gigabyte groß ist das Kartenmaterial, das heruntergeladen werden muss. Falk verschickte einen Email-Link für das Update – es dauerte 12 Stunden bis die Mail eintrudelte. Manchmal ist man dann doch mit dem guten alten Stadtplan schneller am Ziel...

Die besten drei Geräte mit 4,3 Zoll Bildschirmen und ihre Gesamtnoten: Tomtom Start 20 M (2,0), Garmin Nüvi 2497LMT (2,2), TomTom Go 400 (2,4).
Die besten drei Geräte mit 5 Zoll Bildschirmen und ihre Gesamtnoten: TomTom Start 25 M (1,9), Garmin Nüvi 3597 LMT (2,1), Becker Ready 50 LMU Plus (2,2)
Die besten drei Geräte mit Bildschirmen bis zu 17,6 Zoll und ihre Gesamtnoten: Becker Ready 70 LMU (2,0), Garmin Nüvi 2797 LMT (2,2), TomTom Go 6000 (2,3)

 

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