Naturschutz in Solln Ärger um Baumschnitt

Die Rungestraße in Solln. Oben mit, unten ohne Baumschutz? Foto: Google Maps

Werden an einer Straße verschiedene Maßstäbe an den Baumschutz angelegt? Ein Anwohner ärgert sich über eine Aktion während der Schutzzeit.

 

Solln - "Kein Bürger wird verstehen, warum auf der einen Seite der Rungestraße penibel darauf geachtet wird, dass nicht geschnitten werden darf, während auf der anderen Seite die Baumreihen in großen Stil über 400 bis 500 Meter ausgelichtet und geschnitten werden dürfen", schreibt Anwohner Thomas Jäger in einem Brief an die Stadt.

Der Hintergrund: Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz (BayNatSchG) dürfen gemäß § 16 Abs. 1 keine Schnittarbeiten an Bäumen, Sträuchern, Büschen etc. im Zeitraum von 1. März bis 30. September gemacht werden. Im Stadtgebiet München müssen sich Münchner Bürger streng daran halten und ihre Hecken, Bäume bis zum 28. Feb oder ab 1. Oktober schneiden oder es sein lassen. Dem, der sich nicht daran hält, drohen Geldbußen für die Ordnungswidrigkeit bis zu 25 000 Euro.

So weit, so gut. Doch während sich die Anwohner der nördlichen Rungestraße offenbar brav an diese Vorschriften halten, soll der Revierförster, so Jäger, auf der gegenüberliegenden, baumbewachsneen Seite in der Schonzeit geschnitten haben.

"Kein Zufall ist offensichtlich, dass die Maßnahme praktisch über Nacht durch Parkverbotschilder den Anwohnern bekannt gemacht wurde", so der Anwohner in einem Schreiben an Kommunalreferent Axel Markwardt. "Das riecht sehr nach Überrumpelungstaktik."

 Jägers Fazit: "Die Fristüberschreitung für die Baumschnittarbeiten wird vorsätzlich vollzogen. Die Beeinträchtigung der Brutstätten und Rückzugsräume der Vogelwelt wird billigend in Kauf genommen. Trotz Hinweis auf mögliche Verfehlungen und auf die unsensible Behandlung in Sachen Naturschutz wird weiter so gemacht als wäre nichts gewesen."

 

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