Naturschützer haben Angst vor Wilderer Ein Wolf streift durch den Landkreis Cham

Bitte recht freundlich: Eine Wildkamera hat dieses Foto von dem Wolf im Landkreis Cham geschossen. Foto: Ralph Hub

Im Landkreis Cham ist ein Wolf gesichtet worden. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) sorgt sich jetzt, dass der Wolf einem Wilderer zum Opfer fallen könnte.

 

Cham - Immer öfter weisen die Behörden in Bayern Wölfe nach. Zum fünften Mal in diesem Jahr meldete das Landesamt für Umwelt (LfU) am Freitag einen Wolf im Freistaat. Genauer: Im nördlichen Landkreis Cham.
Eine automatische Kamera zur Wildtierbeobachtung hat das Tier am 28. September fotografiert. Das Tier wurde aber erst bei der routinemäßigen Auswertung entdeckt. Experten sind sich anhand der Fellzeichnung und des Körperbaus sicher, dass es sich dabei nicht um einen Hund handelt.

"Ausgerechnet im Landkreis Cham", schrieb  der Landesbund für Vogelschutz  (LBV) in einer Pressemitteilung. Der Wolf sei genau dort geblitzt worden, wo im Mai die Vorderbeine der beiden erschossenen Luchse Leo und Leonie von Naturschützern gefunden worden waren. In diesem Gebiet würden seit Jahren immer wieder Luchse einfach verschwinden, so der LBV. Deshalb fordert der Naturschutzverband alle Spaziergänger und Wanderer auf, beim Verdacht auf Wilderei umgehend die Polizei zu alarmieren.

Ob es sich um denselben Wolf handelt, der Anfang Mai im Nationalpark Bayerischer Wald fotografiert wurde, lässt sich nicht feststellen.  Es gibt keine Proben für eine genetische Untersuchung. Das Landesamt informierte Behörden, Interessenverbände und Nutztierhalter der Region über die Wolfssichtung. Der Bayerische Wald und der direkt angrenzende Böhmerwald gelten schon länger als potentieller Lebensraum für Wölfe. Freilebende Luchse leben dort schon seit mehreren Jahren.

Erst im August hatte ein Wolf im oberbayerischen Landkreis Miesbach zwei Schafe gerissen. In diesem Fall hatte das Landesamt den Nachweis per genetischer Analyse erbracht.

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