Nationalstürmer im Interview Dominik Kahun: "Der Weg in die NHL ist immer noch offen"

"Jetzt kommen wir langsam wieder in Fahrt", sagt Dominik Kahun über die Siegesserie des EHC Red Bull. Foto: GEPA pictures

Vor dem Spiel des EHC Red Bull München in Köln spricht Dominik Kahun über seinen Penalty-Trick, den Grund für die Siegesserie des EHC und die Meistermentalität im Team: "Es geht noch mehr"

Der 22-jährige Nationalstürmer spielt seit 2014 für den EHC. Am Freitag tritt er mit den Münchnern bei den Kölner Haien an.

AZ: Herr Kahun, wie oft üben Sie Penaltyschießen?
DOMINIK KAHUN: (lacht) Ich übe schon manchmal im Training, klar. Dennoch, im Spiel ist das eine ganz andere Situation, da ist der Druck viel größer. Aber ich freue mich natürlich, dass es derzeit so gut klappt.
Sie mausern sich zum Spezialisten, und haben auch zuletzt beim 3:2-Heimsieg nach Penaltyschießen gegen Krefeld zwei Penaltys versenkt. Dabei ähneln sich Ihre Versuche, meist schließen Sie mit der Rückhand ab. Wissen die DEL-Torhüter nicht langsam bescheid, wie Sie schießen?
Ich glaube schon, dass die bescheid wissen. (lacht) Darum probiere ich auch, hin und wieder mal etwas anderes zu machen – wie beim ersten Versuch gegen Krefeld. Ich versuche immer, die Torhüter auszuschauen, auf welche Variante sie spekulieren.
Nicht nur für Sie, auch für den EHC läuft es derzeit hervorragend. Mittlerweile sind es sieben Siege am Stück, der EHC ist derzeit Tabellenführer.
Ich glaube, der Grund für unsere Serie sind die drei Niederlagen in Folge im November. Das hat uns richtig gewurmt. Seither sind wir noch motivierter, wieder nach oben zu kommen.
Wo Sie gerade über die kleine Durststrecke sprechen. Bei der Niederlage gegen Nürnberg damals waren Sie richtig angefressen, sprachen im Fernsehen von einer "Vollkatastrophe". Wachsen Sie langsam in die Führungsspieler-Rolle?
Naja, wir haben hier natürlich viele erfahrene Leute, viele sehr gute Spieler. Andererseits bin ich auch schon im vierten Jahr in München, komme im Team gut zurecht. Aber so viel rede ich sonst eigentlich nie, nur gegen Nürnberg hat mir das halt einfach nicht gefallen. Deshalb war ich auch so direkt.
Ihr Mitspieler Jon Matsumoto erklärte zuletzt, er spüre langsam wieder die Meistermentalität der vergangenen Saison.
Definitiv, es ist wirklich so.
Seit den drei Novemberniederlagen ist alles anders.
Das waren wir so einfach nicht gewohnt. Jetzt kommen wir langsam wieder in Fahrt. Trotzdem glaube ich: Es geht noch mehr. Wir sind noch nicht bei 100 Prozent. Sonst hätten wir gegen Krefeld am Dienstag in der normalen Spielzeit gewonnen.
Am Freitag geht’s gegen Köln, da kennen Sie ja den Trainer, Peter Draisaitl, ganz gut.
Ja, er ist der Vater von meinem Kumpel Leon (NHL-Star Leon Draisaitl, d.Red.). Als wir beide früher zusammen in Mannheim gespielt haben, da habe ich ihn öfter gesehen.
Er ist wohl ein Fan von Ihnen, der AZ sagte er einmal: Der Grund, warum Sie es in Nordamerika, in der NHL, nicht geschafft haben, sei allein die Körpergröße, denn Eishockey spielen können Sie wie kaum ein anderer.
Das ist schön, sowas von ihm zu hören. Wahrscheinlich hat Peter auch recht. Ich bin leider nicht der Größte und vor ein paar Jahren war es auch so, dass für die NHL lieber die größeren Spieler gewählt wurden. Nun geht der Trend aber dahin, dass es auch kleinere Spieler schaffen. Also, der Weg ist noch offen. (lacht)
Der NHL-Traum lebt noch?
Natürlich.
Und der Olympia-Traum?
Ich hoffe, dass ich vom Bundestrainer nominiert werde. Seit ich ein kleiner Junge war, verfolge ich die Spiele im Fernsehen. Es war schon immer mein Traum, bei Olympia dabei zu sein. Johannes Schnabl

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