Nachverdichtung fordert Opfer Feldmoching-Hasenbergl: Stadträte kämpfen gegen illegale Baumfällungen

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
Zahlreiche alte Bäume müssen Neubaugebieten weichen. Foto: Tobias Hase/dpa

Die Grünen hinterfragen die Rodung in Ludwigsfeld – die ÖDP sorgt sich um eine 300 Jahre alte Buche.

 

Feldmoching-Hasenbergl - Ein über 5.000 Quadratmeter großes Grundstück an der Kristallstraße/Ecke Karlsfelder Straße ist kurz vor Weihnachten fast gänzlich gerodet worden – im Auftrag der Wohnungsgesellschaft Ludwigsfeld. Die Siedlung Ludwigsfeld soll nachverdichtet und vergrößert werden: Die Eigentümer planen hier neue Wohnungen.

Für die Anwohner sind die Fällungen schon länger ein emotionales Thema. Gerade die hohen Bäume seien prägend für die kleine Siedlung, hieß es schon im Dezember von Mitgliedern der Interessensgemeinschaft Ludwigsfeld. Jetzt nehmen sich die Grünen dem Thema an. Stadträtin Sabine Krieger will prüfen lassen, ob die Bäume illegal gefällt wurden. "Da es gerade in den vergangenen Jahren eine Häufung von illegalen Fällungen gab, ist es wichtig, hier Klarheit zu schaffen", fordert sie.

Ärger bei den Grünen: Schwarz-Rot lehnt Messgerät ab

Aus Sicht der Grünen gab es am Dienstag ein weiteres Ärgernis im Bauausschuss. Mit den Stimmen der schwarz-roten Rathausmehrheit sei die Einrichtung eines Baumkatasters abgelehnt worden, hieß es. Mit dessen Hilfe hätten alle Bäume auf öffentlichem Grund nach ihrer Art, ihrem Wuchs, eventuellen Baumschäden und Standortbedingungen erfasst und die Daten kontinuierlich aktualisiert und gepflegt werden können.

Der ÖDP bereitet noch ein weiterer Baum Sorge: Die 300 Jahre alte Blutbuche in der Pfeivestlstraße in Pasing. Stadtrat Johann Sauerer (ÖDP) ganz emotional: "Sie musste zusehen, wie sich die einstige Waldkolonie Pasing mehr und mehr gewandelt hat. Wie viele ihrer Artgenossen dem Wachstum der Stadt zum Opfer fielen. Doch die Blutbuche hat alle Veränderungen durchgestanden – bis jetzt." Durch ein Bauvorhaben sei sie nun stark gefährdet. Die ÖDP fordert, dass die Stadtverwaltung nochmals prüft, wie der alte Baum geschützt werden kann.

 

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