Nacht zum Montag Blutmond über München: Jetzt wird’s finster!

Ein schlechtes Omen – oder einfach nur schön anzuschauen? Der dunkelrote Mond am 02.07.2015 über Würzburg. Foto: dpa

Einige rechnen fest damit, dass in der Nacht zum Montag die Welt untergeht. Andere freuen sich auf ein schaurig-schönes Himmelsspektakel.

 

München - „Es wird sich etwas verändern“, prophezeit ein texanischer Prediger. Einige Glaubensgemeinschaften sehen das Ende der Welt gekommen, während sich Astronomen voller Vorfreude den Wecker stellen. Denn in der Nacht zum Montag steht ein ungewöhnlich großer Vollmond am Himmel über Mitteleuropa, der sich am frühen Morgen auch noch dunkelrot verfärbt: ein sogenannter Blutmond.

Dass der Mond besonders eindrucksvoll wirkt, liegt daran, dass er der Erde am Morgen des 28. September besonders nahe kommt. Dadurch wirkt er um etwa 14  Prozent größer als sonst. „Supervollmond“ nennen Sternenforscher dieses Phänomen.

Doch dabei bleibt es nicht, sagt WetterOnline-Meteorologe Matthias Habel: „Um 4.11 Uhr tritt der Mond zudem in den Kernschatten der Erde ein und verfärbt sich durch das fehlende Sonnenlicht kupferrot.“ Das liegt daran, dass ein Teil des auf die Erde fallenden Sonnenlichtes von der Erdatmosphäre gebrochen wird und nur die roten, längeren Wellen zum Mond durchdringen.

So einfach diese Erklärung ist, so viel Aufregung herrscht um die Himmelserscheinung an sich. „Die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des Herrn kommt“, heißt es schließlich in der Bibel.

Hinzukommt, dass die Mondfinsternis am Montagmorgen die vierte einer „Tetrade“ genannten Serie innerhalb eines Jahres ist. Schon am 15. April und am 8. Oktober 2014 sowie am 4. April 2015 verschwand der Satellit im Schatten der Erde – das dunkelrote Spektakel war bei uns allerdings nicht zu sehen.

Was Verschwörungstheoretiker daran ganz besonders nervös macht: Alle vier „Blutmonde“ fielen auf jüdische Feiertage – im April auf das Pesach-Fest, im Herbst auf das Laubhüttenfest Sukkot. Und selten ist eine Vierer-Serie allemal. Von 1581 bis 1901 gab es keine einzige.

Im Internet kursiert zudem die Befürchtung, dass am 28. September ein Meteorit von enormen Ausmaßen die Erde treffen – und vernichten – wird. Ein Gerücht, das die Weltraumbehörde Nasa längst dementiert hat.

Wer den Blutmond beobachten möchte, kann das also in aller Ruhe tun. Vermutlich. Er braucht dazu nicht einmal eine Spezialbrille um seine Augen zu schützen, wie bei einer Sonnenfinsternis. Ist der Himmel klar, ist die Mondfinsternis überall in Deutschland zu sehen – am besten allerdings dort, wo möglichst wenig künstliches Licht scheint.

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Um 3.07 Uhr wird der Mond langsam in den Kernschatten der Erde eintreten. Von 4.11 bis 5.24 Uhr befindet er sich fast vollständig im dunklen Bereich (totale Finsternis). Um 6.27 Uhr verlässt der Mond den Kernschatten wieder.

Wer Fotos vom Blutmond machen möchte, dem sei gesagt: Eine Digitalkamera mit einem großen Zoomfaktor reicht schon aus. Der Photoindustrie-Verband empfiehlt eine System- oder Spiegelreflexkamera mit einem Teleobjektiv. Wichtig seien zudem Gegenlichtblende und Stativ, sagt Sprecherin Constanze Clauß.

 

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