Nachbarin sagt im NSU-Prozess aus „Zschäpe hat mehr getrunken“

Eine frühere Nachbarin sagt im NSU-Prozess aus. Der wird unterbrochen – wegen Krankheit.

 

München - Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, stand nach Aussage einer Zeugin kurz vor dem Auffliegen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ spürbar unter Druck.

„Sie hat auch mehr getrunken“, erinnerte sich die frühere Nachbarin in Zwickau gestern im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht. Zudem „wirkte sie sehr fahrig“ und habe auch nicht mehr so „gelockert gesprochen wie sonst immer“.

Wegen einer Erkrankung Zschäpes wurde der Prozess gestern erneut außerplanmäßig unterbrochen. Der für den Nachmittag als Zeuge vorgesehene sächsische Verfassungsschutzchef Gordian Meyer-Plath wird zu einem späteren Termin erneut geladen. Heute soll der Prozess aber planmäßig mit zwei Zeugen aus dem NSU-Umfeld in Chemnitz fortgesetzt werden.

Erst vor zwei Wochen war ein Verhandlungstag wegen einer Erkrankung Zschäpes abgesagt worden. Zschäpe muss sich für zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge des NSU verantworten.

Sie habe Zschäpe zuvor als „freundlich und sehr offen“ kennengelernt, berichtete die früheren Nachbarin gestern. Auch ihr Alkoholkonsum habe sich zunächst im Rahmen gehalten, „aber dann hat sie Mischungen gemacht mit härteren Sachen, wo sie dann nicht mehr so normal nach Hause gegangen ist“, sagte die Zeugin. Einmal sei sie „etwas schwer aufs Fahrrad“ gekommen. Die Nachbarin sagte, sie habe Zschäpe unter dem Namen „Lisa“ in der Zwickauer Polenzstraße kennengelernt. Dort soll sie zusammen mit ihren mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gelebt haben.

Der Kontakt zu Zschäpe sei auch dann nicht abgerissen, als sie in eine andere Wohnung an der Zwickauer Frühlingstraße umzog. Die Frauen hätten sich gelegentlich getroffen und „gefeiert“. Zschäpe habe ihr erzählt, sie müsse nicht arbeiten gehen, weil ihr „Schwiegervater“ Geld habe.

 

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