Nach Wulff-Affäre Ude für Bundespräsidenten-Direktwahl

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude hat sich nach der Affäre um Amtsinhaber Christian Wulff für eine Direktwahl der Bundespräsidenten ausgesprochen. Foto: dpa

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude hat sich nach der Affäre um Amtsinhaber Christian Wulff für eine Direktwahl der Bundespräsidenten ausgesprochen.

 

München – Ude schrieb in einer Kolumne im „Münchner Merkur“ (Freitag), dass in einer Zeit, in der „alle Parteien ununterbrochen von mehr Bürgerbeteiligung und mehr Elementen direkter Demokratie sprechen, die Chancen zur Einführung der Volkswahl des Bundespräsidenten besser sind denn je“.

Der Münchner Oberbürgermeister schreibt, dass es in der Geschichte der Bundesrepublik zwar „erfreulich oft gelungen ist, hochkarätige Persönlichkeiten jeglicher Couleur zu wählen“, aber nach den letzten parteipolitischen Machtspielen sei es rätselhaft, „woher die Bundesversammlung den Anspruch nimmt, die Weisheit gepachtet zu haben“.

Der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten für die bayerische Landtagswahl betonte, dass die Bürger in mehr als einem halben Jahrhundert ihre „demokratische Mündigkeit“ bewiesen hätten. Unterdessen kritisierte der niederbayerische CSU-Landtagsabgeordnete Konrad Kobler den Bundespräsidenten. Das Verhalten des Staatsoberhauptes in der Kredit- und Medienaffäre nannte er am Freitag in einem Interview „dümmlich“.

Dem Bayerischen Rundfunk in Regensburg sagte Kobler, Wulff habe sich in seiner Darstellung der Fakten „ein wenig verheddert“. Das sei nicht vorbildlich. Kobler war selber Mitglied der Bundesversammlung, die Wulff zum Bundespräsidenten wählte. Auf die Frage, ob er ihn wieder wählen würde, sagte Kobler, er würde ihm wieder sein Vertrauen schenken, „wenn Wulff bereit ist, die Hose – sozusagen – runterzulassen, das heißt die Fragen – was er zugesagt hat – zu beantworten“.

 

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