Nach tödlichen Badeunfällen Riemer See: Ufergefälle nachbessern!

Der See von oben: Wo’s dunkel ist, wird’s gefährlich. Foto: G. Mühlthaler

In den vergangenen Wochen starben zwei Menschen bei Bade-Unfällen im Riemer See: Beim Bau wurden Bedenken außer Acht gelassen.

 

Riem - Der Riemer See ist nicht ohne für Nichtschwimmer – übergangslos geht das flache Ufer nach 15 Metern in eine Steilwand über. Zwei Menschen ertranken in diesem Monat bereits. Ein stärkeres Gefälle im Flachbereich könnte die Gefahr minimieren.

10 Zentimeter pro Meter wird der Riemer See am Nordufer tiefer. 15 Meter vom Ufer entfernt, bei 1,50 Metern Tiefe, geht das Gefälle unvermittelt in 33 Zentimeter pro Meter und damit in einen steilen Abhang über. Wer hier einen Schritt zu weit geht und nicht schwimmen kann, rutscht ins Bodenlose.

Der See ist ein „Freibadegelände“. Die Ausformung der Badeufer entspricht laut Baureferat den allgemeinen Grundsätzen zur Nutzung von Badeufern an Baggerseen. Doch allgemeine Grundsätze sind nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Für Planung und Bau war die MRG (Maßnahmeträger München Riem Gesellschaft) zuständig. Man fragt sich, ob praktische Überlegungen außen vor gelassen wurden.

Warum in aller Welt hat man den Flachbereich nicht 13 Zentimeter pro Meter absinken lassen? Dann wäre man, reicht das Wasser 1,56 Meter hoch, noch drei Meter vom tödlichen Abgrund entfernt. 13 Meter nach dem Ufer läge die Wassertiefe bei 1,69 Meter.

Selbst der unvorsichtigste Nichtschwimmer würde da wohl umkehren, ehe zwei Meter weiter, bei einer Tiefe von 1,95 Metern, die für manche verhängnisvolle Steilfahrt in die Tiefe beginnt.

 

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