Nach Sieg gegen Bielefeld 1860-Trainer Funkel: "Wir leben wieder!"

"Er ist der richtige Mann für uns", sagt Kapitän Vallori über Löwen-Trainer Funkel. Foto: dpa

Der TSV 1860 gewinnt endlich einmal. Funkel spricht von einem „dreckigen Sieg“ und erklärt, wie überlebensnotwendig das 1:0 in Bielefeld war. Der AZ-Check: Wie lebendig sind die Löwen?

 

München - Friedhelm Funkel nahm sich am Tag nach dem 1:0-Sieg in Bielefeld viel Zeit, um die Fragen zu beantworten. Er setzte sich ins Löwen-Stüberl und sprach über den „wahnsinnig wichtigen Erfolg. Eine Niederlage wäre fatal gewesen“, meinte Funkel.

Fürwahr. Die Löwen liegen nun auf Platz elf, haben vier Punkte Abstand zum Relegations-Abstiegsplatz.

Doch war der mühsame und alles andere als glanzvolle Glückssieg in Bielefeld schon die Trendwende? „Es war ein dreckiger Sieg", sagte Funkel. Aber: „Wir leben wieder!“

Doch wie lebendig sind die Löwen und Co. wirklich? Der AZ-Check:

Spielkultur: Funkel bot auf der Alm ein echtes Defensiv-Bollwerk auf, nur drei nominelle Offensiv-Spieler standen mit Adlung, Stoppelkamp und Lauth in der Startelf. Dafür spielte etwa Außenverteidiger Moritz Volz im Mittelfeld. Für Funkel war diese Umstellung allerdings unablässig. „Vor dem Spiel habe ich mit Heribert Bruchhagen (Vorstandschef bei Eintracht Frankfurt, d. Red.) telefoniert und habe ihm meine Aufstellung verraten. Er sagte nur: "Das war so klar! So hast du’s in Krisenzeiten immer schon gemacht!" Und weiter: „Damals in Bochum habe ich es genauso gemacht. Alle Trainer haben sich über uns wahnsinnig aufgeregt. Aber das ist mir völlig egal!“, so Funkel, „das sieht nicht schön aus, ich weiß. Aber drei Punkte sind einfach nicht zu ersetzen.“

Kampfgeist: Den kann den Löwen keiner absprechen. „Man muss sich mal vorstellen, wie viel Energie wir in jedes Spiel hereinstecken“, sagte Matchwinner Dominik Stahl, der den Ball aus der Drehung ins Tor beförderte (57.). Auch Funkel betonte: „Es war in Bielefeld eine bravouröse Kampfleistung von uns.“ Verteidiger Kai Bülow spielte ab der 17. Minute mit gebrochener Nase.

Ergebnisse: Kapitän Guillermo Vallori drückte es am deutlichsten aus: „Wir dürfen jetzt auch nach dem Sieg nicht sagen: Es ist alles okay!“ Und auch Dominik Stahl meinte: „Wir haben uns ein kleines Stück unten rausgearbeitet. Aber Vorsicht steht bei uns noch immer an erster Stelle.“ Der Sieg in Bielefeld war auch erst Funkels zweiter Sieg. Seine Bilanz: acht Ligaspiele, neun Punkte.

Der Nachwuchs: Julian Weigl und Mike Ott drängten sich zuletzt in der U21 auf. Die Folge: „Die beiden trainieren in dieser Woche bei uns mit“, erklärte Funkel, „und sie werden auch am Freitag im Testspiel gegen Stuttgart mit dabei sein. Ich möchte die Möglichkeit nutzen, sie mal in Ruhe anzusehen.“ Einziger Haken: Julian Weigl wurde für die U19-Nationalmannschaft nominiert, ist gar nicht da.

Zukunftspläne: Der Kader sei nicht optimal zusammengestellt, sagte Funkel kürzlich der AZ. Der Trainer macht auch keinen Hehl mehr daraus, im Winter einkaufen zu wollen. „Ein Umbau ist in der Winterpause nicht möglich, aber ein, zwei Spieler kann man dazu holen. Natürlich habe ich Kandidaten im Visier und habe diese dem Präsidium und Sportchef Florian Hinterberger schon mitgeteilt.“

 

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