Nach Schummler-Gelb DFB ermittelt gegen Bremer Junuzovic und Fritz

Der Bremer Zlatko Junuzovic jubelt über sein Tor zum 4:1 gegen Hannover. Foto: dpa

Zlatko Junuzovic holte sich seine fünfte Gelbe Karte gegen Hannover absichtlich ab und gab das auch noch zu. Kollege Clemens Fritz schwieg lieber. Gegen beide Bremer ermittelt nun der DFB.

 

Frankfurt/Main - Das Schummler-Gelb des Bremers Zlatko Junuzovic (28) hat ein juristisches Nachspiel.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) leitete am Montag ein Ermittlungsverfahren gegen den Österreicher von Werder Bremen ein. Dies bestätigte ein DFB-Sprecher.

Zudem wird gegen Werder-Verteidiger Clemens Fritz (35) ermittelt. Im Spiel gegen Hannover 96 (4:1) holte sich Junuzovic durch mehrfaches Anlaufen vor einem Freistoß in der 85. Minute absichtlich seine fünfte Gelbe Karte ab und fehlt den Hanseaten nun am kommenden Wochenende im Auswärtsspiel beim FC Bayern.

Fritz kassierte für einen Trikotzupfer seine zehnte Verwarnung. Spieler und Verein wurden vom DFB um eine Stellungnahme gebeten. Den Spielern droht eine Sperre für ein weiteres Spiel.

Junuzovic erklärte im Gegensatz zu Fritz nach der Partie, seine Maßnahme sei abgesprochen gewesen.

"Es ist unfair, sich so zu verhalten, weil man auch die Schiedsrichter in eine schwierige Situation bringt", sagte DFB-Interimspräsident Rainer Koch bei "Sky90".

Er forderte von den Bundesliga-Klubs mehr Fair Play beim absichtlichen Kassieren Gelber Karten: "Ich appelliere an die Verantwortlichen der Klubs, dass sie mit den Spieler sprechen, das zu unterlassen."

Junuzovic: "Es war abgesprochen"

Junuzovic erläuterte ungewöhnlich freimütig sein Verhalten. "Es war abgesprochen, das gebe ich zu. Es ist besser, ich mache es so, als wenn ich jemandem absichtlich weh tue", sagte der Österreicher beim Pay-TV-Sender "Sky".

Clemens Fritz erhielt seine zehnte Verwarnung in dieser Saison nach einem überflüssigem Foul durch Klammern. Auf die Frage, ob das der Darmstadt-Trick sei, sagte er grinsend: "Natürlich nicht. Die Allianz-Arena ist immer toll."

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Zuletzt hatten fünf Spieler von Darmstadt 98 ihr Spiel in München wegen Gelber Karten verpasst. Werder-Trainer Viktor Skripnik zeigte sich verärgert über die Gelbsperren. "Ich weiß nicht, was die Spieler untereinander absprechen, aber wenn sie für sich entscheiden, sich eine Sperre zu holen, halte ich das für falsch", sagte der Coach.

"Ich habe in der Kabine schon ein paar kritische Worte für Zladdi gefunden." Er sei "echt sauer", sagte der Coach. "Der Trainerstab wusste davon nichts", beteuerte Skripnik.

Geschäftsführer Tomas Eichin äußerte sich zum Foul von Kapitän Fritz ausweichend: "Jeder Spieler muss selber entscheiden, wie er die Zweikämpfe führt."

Skripnik sagte zu der Partie in München: "Auf so eine Partie schaut das ganze Land, da will man natürlich bestmöglich aussehen. Das wird ohne zwei solche Leistungsträger noch schwerer, aber wir wollen uns dennoch gut verkaufen."

ÖFB meckert wegen Grillitsch

Neben dem DFB ist auch der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) über Werder verstimmt: Die Bremer hatten in einer Pressemitteilung über das angeblich bevorstehende A-Nationalmannschaftsdebüt ihres österreichischen Profis Florian Grillitsch (20) berichtet.

Der ÖFB gab daraufhin bekannt, dass die Nominierung von Grillitsch für die anstehenden Länderspiele gegen Albanien (26. März) und die Türkei (29. März) keineswegs sicher sei. Es seien lediglich die Klubs jener Spieler, die für den Kader infrage kämen, vorab informiert worden.

Die offizielle Bekanntgabe des Kaders erfolgt erst am 17. März. Grillitsch war in einer Mitteilung des SV Werder wie folgt zitiert worden: "Ich freue mich riesig. Es war immer mein Traum, bei der A-Nationalmannschaft dabei zu sein."

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