Nach Raub und Einbruch Münchner Koch droht, einen "Kopf rollen" zu lassen

Anwalt Uwe Paschertz mit dem Angeklagten. Foto: Bernd Wackerbauer

Dem 25-jährigen Koch wird wiederholter Einbruch und Raub vorgeworfen. Beim Beginn des Prozesses in München schweigt er. Dafür sprechen die Opfer.

 

München - Für die kleine Familie war es ein Riesenschock, der lange nachwirkte: Als sie am 22. April 2019 von einer Reise heimkehrten, fanden sie fast alle Zimmer ihres Tutzinger Hauses durchwühlt vor. Der Täter hatte das Terrassenfenster eingeschlagen und sich so Zutritt verschafft. Bargeld, Schmuck und eine Uhr im Wert von 8.400 Euro erbeutete der Einbrecher. Im Zeugenstand berichtet der Hausbesitzer und Familienvater (39) von dem unangenehmen Gefühl angesichts des durchwühlten Hauses. Seiner Frau (39) erging es noch schlimmer. Sie erzählt, dass sie der Einbruch lange beschäftigt habe, und sie anfangs Angst hatte, mit ihren kleinen Kindern alleine zu Hause zu sein.

Diesen und einen weiteren Einbruch in Starnberg legt die Staatsanwaltschaft München II einem 25-jährigen Koch zur Last. Doch Cem T. (Name geändert) schweigt erst einmal zu den Vorwürfen, erklärt sein Anwalt Uwe Paschertz.

Beim Starnberger Einbruch am 20. April 2019 soll der Täter ähnlich vorgegangen sein. Er schlug das Küchenfenster ein und kam so ins Haus. Beim Durchwühlen der Räumlichkeiten fand der Einbrecher auch den Schlüssel zum Tresor des Hauses, erbeutete so Schmuck und Silberbesteck im Wert von 11.000 Euro.

Laut Opfer: Angeklagter zückt Schusswaffe und fordert 14.000 Euro

Doch der Koch soll laut Anklage noch mehr auf dem Kerbholz haben. Die Ankläger werfen ihm außerdem schweren Raub vor.

Der Fall: Am 7. August 2019 war der 25-Jährige mit drei Männern im Auto von Söcking zum S-Bahnhof Starnberg Nord unterwegs. Auf der Fahrt bat der Koch plötzlich den Fahrer um einen kurzen Halt und stieg mit seinem späteren Opfer Peter K. (25) aus. Die beiden entfernten sich etwas vom Auto.

In dieser Situation habe der Angeklagte aus einer Umhängetasche plötzlich eine schwarze Schusswaffe gezückt und wieder weggesteckt. Dann erklärte er Peter K., dass ein gemeinsamer Bekannter 14.000 Euro Schulden bei ihm habe. Die solle Peter K. jetzt in Form von Geld, Schmuck oder Drogen begleichen. Dafür habe er ein paar Stunden Zeit. Das Opfer erklärte, keine 14.000 Euro zur Verfügung zu haben, nahm stattdessen 70 Euro aus seinem Geldbeutel, die ihm der Koch entriss. In einem Telefonat mit der Lebensgefährtin des Schuldners drohte der Koch wenige Stunden später, dass er ihren Freund "schlachten" und dass er dessen "Kopf rollen" lassen werde.

Eine Verständigung der Prozessbeteiligten kommt am Donnerstag nicht zustande. Das vom Gericht vorgeschlagene Strafmaß von maximal drei Jahren erscheint dem Koch zu hoch.

 

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