Nach Linken-Vorstoß München: Nun wollen auch die Freien Wähler eine Standseilbahn

So könnte eine Münchner Standseilbahn mit Haltestelle am Tierpark ausschauen: In jede der beiden Fahrgastkabinen (wie dieses Modell aus Luxemburg) sollen 400 Passagiere passen. Die Bahn in München soll weitgehend unterirdisch auf Schienen fahren. Foto: imago images / photonews.at

Eine unterirdische Standseilbahn soll den Wettersteinplatz mit den Siemenswerken verbinden, finden – nach den Linken – nun auch die Freien Wähler.

 

München - Wiesbaden hat eine, Heidelberg, Stuttgart und Dresden ebenso. Auch in München würde eine Standseilbahn gegen das Verkehrschaos helfen, finden viele Bürger rund um Giesing und Harlaching – und zwar eine, die großteils unterirdisch auf Schienen fährt: vom Wettersteinplatz im Osten über den Tierpark Hellabrunn und unter der Isar durch bis zum S-Bahnhalt Siemenswerke.

Auch Freie Wähler wollen nun die Standseilbahn

Für die Idee, die die Linke kürzlich im Stadtrat ins Gespräch gebracht hat, machen sich nun auch die Freien Wähler in ihrem Kommunalwahlprogramm stark.

Eine Standseilbahn wird ohne eigenen Antrieb an einem Zugseil auf Schienen gezogen, braucht einen deutlich kleineren Tunnel als eine U- oder S-Bahn (Außenradius: 3,4 Meter) und kann Steigungen leichter überwinden.

Die vorgeschlagene Strecke könnte den Tierpark, den jedes Jahr 2,5 Millionen Menschen besuchen, optimal an den öffentlichen Nahverkehr anbinden, erklärt der Verkehrsplaner Thomas Kantke, der dazu auf Bitten des örtlichen Bezirksausschusses privat eine Machbarkeitsstudie erstellt hat.

Bessere Verkehrsanbindung an die Siemenswerke

Die Fahrgäste könnten über die drei Haltestellen nicht nur die U1 (zum Hauptbahnhof), die S7 (Richtung Wolfratshausen) und die BOB (aus Richtung Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee) erreichen, sondern auch den Meridian aus Rosenheim, Bad Aibling und Deisenhofen und die 25er Tram nach Grünwald.

Auch die 3.000 neuen Arbeitsplätze am Bahnhof Siemenswerke und die neuen Wohngebiete am dortigen S-Bahnhof wären besser an Harlaching und Giesing angebunden. "Aktuell nutzen noch 60 Prozent der Mitarbeiter dort das eigene Auto", sagt Kantke, "eine Standseilbahn wäre eine enorme Entlastung vom Autoverkehr."

Die Fahrt bei etwa 50 Stundenkilometern zwischen Wettersteinplatz und Siemenswerke würde nur sechs Minuten dauern. Nach Kantkes Planung würden auf der Strecke zwei Fahrgastkabinen fahren, in die je 400 Passagiere passen.

Stündlich könnten 3.2000 Passagiere transportiert werden

Alle 7,5 Minuten könnte eine Fahrt beginnen, sodass pro Stunde 3.200 Menschen transportiert werden könnten. "Einen 7,5-Minuten-Takt bräuchten wir nur, wenn im Grünwalder Stadion Fußballspiele stattfinden", sagt der Verkehrsplaner, "ansonsten ist ein Zehn-Minuten-Takt völlig ausreichend, den man auf den Takt der Grünwalder Tram und der U1 am Wettersteinplatz abstimmen kann."

Geschätzte Kosten: rund 165 Millionen Euro. "Das", glaubt Thomas Kantke, "wäre in etwa ein Drittel dessen, was eine U-Bahn kosten würde."

Antrag auf Machbarkeitsstudie im Herbst noch gescheitert

Wie geht es nun weiter mit der Idee? Im September war der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching mit dem Antrag, dass die Stadt offiziell eine Machbarkeitsstudie dazu in Auftrag geben soll, noch gescheitert.

Empört hatte man vor Ort die Antwort aus dem Planungsreferat zur Kenntnis genommen. "Grundsätzlich werden für die Landeshauptstadt nur Luftseilbahnen in Betracht gezogen", hieß es im Ablehnungsschreiben. Eine Standseilbahn werde "nicht in Betracht gezogen". Nach einem offiziellen Antrag der Linken vom Oktober muss das Thema doch im Planungsausschuss behandelt werden. Im BA hofft man auf eine Entscheidung im neuen Stadtrat – nach der anstehenden Kommunalwahl.

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