Nach Jahrhunderten der Verwirrung Neue Namen für zwei Berge

Die Hammerspitzen im Winter. Foto: Manfred Scheuermann

Einzigartiger Fall: Gipfel werden umbenannt, weil es bei Rettungen Probleme gegeben hat.

 

OBERSTDORF - Es war eine skurrile und oft verwirrende Situation: Für die Oberstdorfer hieß der eine Berg von jeher „Hammerspitze“, der andere „Schüsser“. Die Kleinwalsertaler bezeichneten dieselben zwei Berge zwar mit denselben Namen – aber eben genau umgekehrt. Und das schon seit dem 18. Jahrhundert.

Klingt lustig. War es im Ernstfall aber nicht. Bei Rettungseinsätzen kam es immer wieder zu Unklarheiten, Verwechslungen – und damit zu gefährlichen Verzögerungen.
Deshalb nutzen Vertreter der beiden örtlichen Alpenvereinssektionen, der zuständigen Gemeinden, der staatlichen Stellen als Grundeigentümer sowie der Rettungsdienste, Polizei und Bergwacht jetzt die Gunst der Stunde, als die Erstellung einer neuen Alpenvereinskarte anstand. Sie benannten die Berge kurzerhand um.

Der 2169,5 Meter hohe nordwestliche, dem Kleinwalsertal zugewandte Gipfel heißt ab sofort „Walser Hammerspitze“, und der mit 2260 Metern höhere und den Oberstdorfern näher liegende südöstliche Gipfel trägt den Namen „Oberstdorfer Hammerspitze“. Einen Berg namens „Schüsser“ gibt es in den Allgäuer Alpen gar nicht mehr.

Die erste gedruckte Karte mit den neuen Namen kommt schon nächste Woche auf den Markt. An den Wanderwegen, Hütten und Seilbahnstationen werden neue Hinweisschilder angebracht. Und auch Tourismusbroschüren, Internetportale und Wanderführer müssen geändert werden – ein ziemlicher Aufwand.

Das Ganze hat Seltenheitswert: An einen ähnlich gelagerten Fall kann man sich beim Alpenverein nicht erinnern. Ob sich die neuen Namen bald durchsetzen? Die Menschen auf beiden Seiten der Berge könnten auf jeden Fall sehr gut mit ihnen leben, heißt es beim DAV.

 

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